JurPC – Internet-Zeitschrift für Rechtsinformatik und Informationsrecht
Home | Suche | JurPC in der Wikipedia | JurPC in der Rechtsprechung | Autoren | Statistik
Impressum
Jahrgang 2022 – Alle (182)
UrteilAG Düsseldorf: Übermittlung elektronischer Vollstreckungsaufträge (660 M 1255/22)
Vollstreckungsaufträge nach § 7 JBeitrG sind gem. § 130d ZPO elektronisch zu übermitteln und bedürfen einer qualifizierten elektronischen Signatur, um als Titelersatz fungieren zu können (Weiterführung von BGH B. v. 14.12.2014 - I ZB 27/14)…
UrteilOLG Koblenz: Dateiformate im elektronischen Rechtsverkehr (4 OLG 4 Ss 67/22)
Elektronische Dokumente sind gemäß § 32a Abs. 2 Satz 1 StPO nur dann als für die Bearbeitung durch die Strafverfolgungsbehörden oder das Gericht geeignet anzusehen, wenn sie gemäß § 2 Abs. 1 ERVV im Dateiformat PDF oder TIFF übermittelt wer…
UrteilOVG Rheinland-Pfalz: Nicht formgemäße Einreichung eines Berufungszulassungsantrags als elektronisches Dokument (8 A 10330/22)
Zum Zeitpunkt der Glaubhaftmachung der vorübergehenden technischen Unmöglichkeit bei der Ersatzeinreichung gemäß § 55d Satz 3 und 4 VwGO.Zur unverzüglichen Nachholung der Glaubhaftmachung gemäß § 55d Satz 4 VwGO.Zu den Anforderungen an die …
UrteilOLG Braunschweig: Voraussetzungen für die Wirksamkeit einer Ersatzeinreichung bei vorübergehender technischer Unmöglichkeit der elektronischen Übermittlung (4 U 76/22)
Für eine wirksame Ersatzeinreichung gemäß § 130d Satz 2 und Satz 3 ZPO muss der Rechtsanwalt darlegen und glaubhaft machen, dass die elektronische Übermittlung im Zeitpunkt der beabsichtigten Einreichung aus technischen Gründen unmöglich wa…
UrteilLG Saarbrücken: Vorliegen eines Fernabsatzvertrages (1 O 161/21)
Ein Fernabsatzvertrag nach §§ 312g, 312c BGB liegt auch dann vor, wenn vor Vertragsschluss ein persönlicher Kontakt zwischen Unternehmer und Verbraucher erfolgt ist, zwischen dem Zeitpunkt dieses Kontakts und dem Vertragsschluss aber eine d…
BeschlussLG Gera: Nutzungspflicht elektronischer Übermittlungswege durch die Staatsanwaltschaften (7 T 234/22)
1. Erhebt die Staatsanwaltschaft sofortige Beschwerde gegen die Entscheidung des Amtsgerichts, mit der die Erinnerung der Staatsanwaltschaft gegen eine Entscheidung des Gerichtsvollziehers zurückgewiesen wurde, einen Auftrag zur Vollstrecku…
BeschlussHamburgisches Oberverwaltungsgericht: Anforderung an die einfache Signatur im Sinne von § 55a Abs. 3 S. 1 VwGO (6 Bs 57/22)
Die für eine einfache Signatur i.S.v. § 55a Abs. 3 Satz 1 VwGO erforderliche Wiedergabe des Namens am Ende des Textes kann nicht durch die Angabe des Wortes „Rechtsanwalt“ am Ende des Schriftsatzes ersetzt werden, auch wenn im Briefkopf der…
UrteilBGH: Zulässigkeit einer Bildberichterstattung über einen Bundespolizisten (VI ZR 1319/20)
Zur Zulässigkeit einer Bildberichterstattung über einen Bundespolizisten, der bei einem Einsatz anlässlich eines Neonazifestivals Aufnäher an seiner Uniform trug.Redaktioneller Zusatz:Bildnisse einer Person dürfen grundsätzlich nur mit dere…
UrteilAG Kassel: Sekundäre Darlegungslast in Filesharing-Fällen (410 C 657/22)
Kommen potentielle Alternativtäter in Betracht, genügt es nicht, sich lediglich auf die Namensnennung dieser Personen zu beschränken. Erforderlich ist vielmehr auch die Darlegung der Umstände, aus denen ein Anschlussinhaber darauf schließt,…
UrteilLG Gießen: Ansprüche wegen sog. Daten-Scrapings (5 O 195/22)
Zwar kann ein immaterieller zu ersetzender Schaden auch in psychischen Auswirkungen von Datenschutzverstößen (z.B. Ängste, Sorgen) liegen. Dagegen spricht jedoch im Falle des Daten-Scrapings entscheidend, dass es sich bei den betroffenen Da…
BeschlussOLG Stuttgart: Entreicherung bei Gelderhalt über eine durch ein soziales Netzwerk vermittelte internationale Transaktion (2 U 219/21)
Wer aus einer ihm nicht näher bekannten Quelle eine Banküberweisung erhält, kann sich nicht auf den Einwand der Entreicherung berufen, wenn er sich bewusst der Einsicht verschließt, dass er das Geld nicht behalten bzw. verwenden darf (hier:…
BeschlussSaarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken: Keine einstweilige Verfügung zur Wiederherstellung eines Facebook-Nutzerkontos (5 W 79/22)
Dem Betreiber eines sozialen Netzwerks, der nach erfolgter Sperrung dazu aufgefordert wurde, das Nutzerkonto wiederherzustellen, alle Daten zu speichern und eine endgültige und unwiderrufliche Löschung des Kontos zu unterlassen, steht anges…
BeschlussHessisches Landesarbeitsgericht: Streitwert eines Antrags auf Auskunft gemäß Art. 15 Abs. 1 DS-GVO (12 Ta 417/22)
1.Bei einem Antrag, Auskunft gemäß Art. 15 Abs. 1 DS-GVO betreffend gespeicherte personenbezogene Daten zu erteilen, handelt es sich um eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit.2. Während in einem Festsetzungsverfahren bezüglich des Wert…
UrteilBGH: Vertragsstrafenverjährung (I ZR 141/21)
Bei einem Anspruch auf Zahlung einer Vertragsstrafe nach "Hamburger Brauch" beginnt die regelmäßige Verjährungsfrist nicht, bevor der Gläubiger die Höhe der vom Schuldner verwirkten Vertragsstrafe festgelegt hat und der Vertragsstrafeanspru…
UrteilBGH: Riptide II (I ZR 108/20)
1. Die Regelung des § 97a Abs. 3 Satz 2 bis 4 UrhG, nach der für die Geltendmachung von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen in einer Abmahnung unter den in § 97a Abs. 3 Satz 2 UrhG genannten Voraussetzungen nur Ersatz der erforderlich…
UrteilBGH: DNS-Sperre (I ZR 111/21)
1. Für den Rechtsinhaber besteht dann im Sinne des § 7 Abs. 4 Satz 1 TMG keine andere Möglichkeit, der Verletzung seines Rechts abzuhelfen, wenn zumutbare Anstrengungen zur Inanspruchnahme der Beteiligten, die die Rechtsverletzung selbst be…
UrteilOVG Berlin-Brandenburg: Abgelehntes Einsichtsrecht in Glückwunschtelegramme des Bundespräsidenten
Der Anwendungsbereich des Informationsfreiheitsgesetzes bezieht sich allein auf die materielle Verwaltungstätigkeit der Behörden und der sonstigen Stellen des Bundes (§ 1 Abs. 1 IFG). Bei der Vorbereitung und Übermittlung von Glückwunschsch…
UrteilOLG München: Schriftlicher Antrag im Grundbuchverfahren (34 Wx 323/22)
Wird ein über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) eingereichter Schriftsatz ausgedruckt, liegt - unabhängig davon, ob der elektronische Rechtsverkehr im Grundbuchverfahren eröffnet ist - ein schriftlicher Antrag i.S. v. § 13 G…
UrteilOLG München: Keine Sperre eines Social-Media-Accounts ohne Begründung (18 U 6314/20 Pre)
Zum grundsätzlich bestehenden vertraglichen Anspruch des Nutzers eines sozialen Netzwerks gegen dessen Anbieter auf Unterlassung einer erneuten Kontosperrung und Beitragslöschung bei Fehlen einer Bestimmung in den Geschäftsbedingungen, wona…
UrteilBayObLG München: Strafbarkeit nach § 86a StGB wegen Einstellens einer ein Hakenkreuz enthaltenden Karikatur in soziales Netzwerk (202 StRR 90/22)
Das Einstellen einer Karikatur, in der ein Hakenkreuz abgebildet ist, in einen Instagram-Account erfüllt grundsätzlich den Straftatbestand des § 86a Abs. 1 StGB.Eine aufgrund des Schutzzwecks des § 86a Abs. 1 StGB erforderliche Restriktion …
BeschlussVG Freiburg: Einreichung auf sicherem Übermittlungsweg
Ein nicht qualifiziert elektronisch signiertes Dokument wird nur dann auf einem sicheren Übermittlungsweg aus einem besonderen elektronischen Anwaltspostfach (beA) i. S. d. § 55a Abs. 3 Satz 1 Alt. 2, Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 VwGO eingereicht, w…
UrteilOLG Nürnberg: Verwendung der Wortmarke 'Torjägerkanone' für den Verkauf eines Fußballpokals in Form einer Kanone (3 U 2576/22)
Bei der Frage, ob die angesprochenen Verkehrskreise der angegriffenen Zeichenverwendung eine herkunftshinweisende Funktion beimessen, kann auch der sich grundlegend von dem streitgegenständlichen Verkaufsangebot unterscheidende Marktauftrit…
UrteilOLG Bamberg: Aktiver Nutzungszwang zur Einreichung elektronischer Dokumente für die Staatskasse (2 WF 167/22)
Der Freistaat Bayern als beschwerdeführende Staatskasse gem. §§ 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG, 127 Abs. 3 ZPO wird nach § 5 Abs. 1 Nr. 7 lit. e der Verordnung über die gerichtliche Vertretung des Freistaates Bayern vom 26.10.2021 (Vertretungsvero…
BeschlussBGH: Glaubhaftmachung der vorübergehenden Unmöglichkeit der Einreichung eines Schriftsatzes als elektronisches Dokument (XII ZB 264/22)
1. Die Glaubhaftmachung der vorübergehenden Unmöglichkeit der Einreichung eines Schriftsatzes als elektronisches Dokument bedarf einer aus sich heraus verständlichen, geschlossenen Schilderung der tatsächlichen Abläufe oder Umstände, deren …
BeschlussBAG: Anforderungen an eine ausreichende einfache Signatur (2 AZN 234/22)
Bei einem nach dem Briefkopf als solcher ausgewiesenen Einzelanwalt ist zu dessen Identifizierung regelmäßig der maschinenschriftliche Abschluss des Schriftsatzes mit „Rechtsanwalt“ ausreichend. Hierdurch wird, sofern weitere Rechtsanwälte …
BeschlussBGH: Prüfung der qualifizierten elektronischen Signatur (3 StR 251/22)
Das Gericht kann bei der Prüfung der Frage, ob ein Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur eingereicht worden ist, vorliegende Umstände bezüglich zwei durch den gleichen Rechtsanwalt eingereichten Revisionseinlegungs- und …
BeschlussBGH: Erfordernis der Wiedergabe des Namens am Ende des Schriftsatzes bei einer einfachen Signatur (XII ZB 215/22)
Die einfache Signatur im Sinne des § 130a Abs. 3 Satz 1 Alt. 2 ZPO meint die einfache Wiedergabe des Namens am Ende des Textes, beispielsweise bestehend aus einem maschinenschriftlichen Namenszug unter dem Schriftsatz oder einer eingescannt…
UrteilBGH: Google-Drittauskunft (I ZR 141/21)
1. Der Umfang der Auskunftspflichten von Verletzern von Kennzeichenrechten und bestimmten Dritten über die Herkunft und den Vertriebsweg von widerrechtlich gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen gemäß § 19 Abs. 1 MarkenG beschränkt si…
BeschlussOVG Mecklenburg-Vorpommern: Pflicht zur Nutzung des elektronischen Rechtsverkehrs durch einen Rechtsanwalt (1 LZ 451/22 OVG)
Die aktive Nutzungspflicht der elektronischen Form für professionelle Prozessteilnehmer ist nicht von einem weiteren Umsetzungsakt abhängig und bezieht sich ab dem 1. Januar 2022 auf alle an das Gericht adressierten Schriftsätze, Anträge un…
UrteilOLG Frankfurt a.M.: Verzicht auf Urheberbenennungsrecht in Microstock-Portal (11 U 95/21)
Ein in den Lizenzbedingungen eines Microstock-Portals enthaltener Verzicht der Urheber auf ihr Benennungsrecht stellt keine unangemessene Benachteiligung dar.
UrteilOLG Braunschweig: eBay-Abbruchjäger (7 U 593/20)
1. Wird behauptet, dass die Bieterin einer eBay-Auktion als Strohfrau für einen sog. „Abbruchjäger“ geboten hat, trifft sie eine sekundäre Darlegungslast, nach welchen Kriterien Angebote abgegeben wurden, in welchem Umfang und mit welcher Z…
BeschlussBGH: Prüfung der beA-Eingangsbestätigung (XI ZB 14/22)
Die Überprüfung der ordnungsgemäßen Übermittlung eines fristgebundenen Schriftsatzes (hier: Berufungsbegründung) über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) erfordert die Kontrolle, ob sich die erhaltene automatisierte Eingangsbe…
UrteilFG Berlin-Brandenburg: Keine Wahlfreiheit des mehrfach zugelassenen Bevollmächtigten hinsichtlich der Form der Antragstellung (8 V 8020/22)
Wird ein Antrag auf Aussetzung der Vollziehung im Anwendungsbereich des § 52d FGO von einem Rechtsanwalt nicht in elektronischer Form eingereicht, so ist er unzulässig. § 52d FGO knüpft dabei allein an den Status (Zulassung) als Rechtsanwal…
AufsatzOberverwaltungsgericht NRW: Elektronische Dokumentübermittlung an das besondere elektronische Behördenpostfach (19 B 2003/21)
Bei der Einreichung eines mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach Art. 3 Nr. 12 eIDAS-VO versehenen elektronischen Dokuments einerseits und der Einreichung eines mit einer (einfachen) elektronischen Signatur nach Art. 3 Nr. 10…
AufsatzOberverwaltungsgericht NRW: Vorübergehende Unmöglichkeit der Übermittlung als elektronisches Dokument aus technischen Gründen (16 B 413/22)
Von einer nur vorübergehenden Unmöglichkeit der Übermittlung eines elektronischen Dokuments kann nicht mehr gesprochen werden, wenn seit der Mitteilung einer Störung der Telefon- und Internetverbindung nach Stellung des Antrags auf Gewährun…
UrteilEuGH: Allgemeine und unterschiedslose Speicherung von Verkehrsdaten
Art. 12 Abs. 2 Buchst. a und d der Richtlinie 2003/6/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2003 über Insider-Geschäfte und Marktmanipulation (Marktmissbrauch) und Art. 23 Abs. 2 Buchst. g und h der Verordnung (EU) Nr. …
BeschlussLG Meiningen: Strafbarkeit eines “Likes” in Facebook (6 Qs 146/22)
Ein öffentliches "Like" bzw. "Gefällt mir" kann strafbar sein, wenn die damit positiv bewertete Äußerung ebenfalls strafbar ist.
UrteilLAG Schleswig-Holstein: Geschlechtsdiskriminierende Stellenausschreibung auf dem Internetportal “Ebay-Kleinanzeigen” (2 Sa 21/22)
1. Bei einer Bewerbung über das Internetportal "Ebay-Kleinanzeigen" auf eine Stellenausschreibung erfüllt der Interessent den Bewerberbegriff des § 6 Abs. 2 AGG.2. Die mehrfache Nachfrage des Interessenten, ob die Gegenseite wirklich nur ei…
BeschlussSächsisches OVG: Vernehmung eines Zeugen per WhatsApp (6 A 122/20 A)
In der mündlichen Verhandlung ist die Vernehmung von Personen, die sich an einem anderen Ort befinden, mittels eines foto- oder videographischen Whats-App-Telefonats über das Mobilfunktelefon eines Beteiligten im Wege des Zeugenbeweises nic…
AufsatzLeander Bücken: Bericht zur Marburger Tagung –
BeschlussAG St. Ingbert: Einspruch gegen Bußgeldbescheid im Falle von standardisierten Messverfahren (23 OWi 65 Js 667/22 (1278/22))
Die in Bußgeldverfahren wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten stark zunehmende Tendenz, Behörden und Gerichte zu "überfluten" mit ausufernden Schriftsätzen und Anträgen (auf Beiziehung/Überlassung zahlreicher Daten und Unterlagen, weitere Bewe…
UrteilLG Köln: Anhängen an Amazon Angebote (14 O 327/21)
Zur Haftung als Täterin einer Urheberrechtsverletzung in Fällen des sog. "Anhängens an Amazon Angebote". Die Passivlegitimation als Täterin folgt daraus, dass die Beklagte auf einer Internethandelsplattform in ihrem Namen ein bebildertes Ve…
BeschlussOLG Celle: Vertagung der Verhandlung bei gescheiterter Bild- und Tonübertragung (24 W 3/22)
1. Das Gericht hat die Verhandlung nach § 337 Satz 1 ZPO zu vertagen, wenn eine Partei an der nach § 128a Abs. 1 ZPO im Wege der Bild- und Tonübertragung durchgeführten Verhandlung nicht teilnimmt, weil die Übertragung aus ihr nicht zuzurec…
AufsatzBenedikt Schwardt: Online-Gerichtsverhandlungen: Ein Vorschlag zur Öffentlichkeit
UrteilLG Saarbrücken: Telefonische Weitergabe einer TAN (1 O 394/21)
Im Rahmen des Online-Bankings kann auch die telefonische Weitergabe lediglich einer TAN den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit des Zahlungsdienstenutzers begründen, wenn sich diesem nach den Gesamtumständen des Falles geradezu aufdrängen mus…
BeschlussVGH Baden-Württemberg: Weiterleitung einer anwaltlichen Beschwerdebegründung (12 S 1365/22)
Seit Inkrafttreten des mit dem Gesetz zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten vom 10.10.2013 in die Verwaltungsgerichtsordnung eingefügten § 55d VwGO am 01.01.2022 ist eine postalische Weiterleitung einer anwaltlic…
UrteilBVerfG: Geltendmachung der Unzulässigkeit einer Warnung des BSI vor einer Virenschutzsoftware (1 BvR 1071/22)
Wird in einem Eilrechtsschutzverfahren geltend gemacht, eine Warnung des BSI vor dem Einsatz einer Virenschutzsoftware sei unzulässig, ist eine dagegen gerichtete Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung anzunehmen, da nicht ersichtlich…
AufsatzUwe Berlit: Rechtsprechungsübersicht zu e-Justice und e-Government 2021/2022 (Teil II)
BeschlussVG Frankfurt a.M.: Kein Unterlassungsanspruch wegen Übermittlung personenbezogener Daten (5 L 1623/22.F)
1. Gegenwärtig genügt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle der Sicherheitsstandard bei der Übermittlung personenbezogener Daten im Bereich des elektronischen Kriegswaffenbuchs den Anforderungen.2. Ob eine Unterlassungsverpflic…
BeschlussOVG Mecklenburg-Vorpommern: Widerspruchsschreiben in Gestalt einer PDF-Datei (1 M 43/22 OVG)
Die Übersendung eines nicht qualifiziert signierten Widerspruchsschreibens in Gestalt einer PDF-Datei, die an eine einfache E-Mail angehängt ist, wahrt weder die Schriftform noch die elektronische Form nach § 70 Abs. 1 Satz 1 VwGO i.V.m. § …
BeschlussBAG: Eignung zur Bearbeitung durch das Gericht bei führender Papierakte (2 AZB 6/22)
Bei führender Papierakte ist ein elektronisch eingereichtes Dokument auch schon i.S.v. § 46c Abs. 2 Satz 1 ArbGG a.F. zur Bearbeitung durch das Gericht geeignet gewesen, wenn es druckbar war und gemäß § 298 Abs. 1 Satz 1 ZPO zur Papierakte …
AufsatzWolfgang Kuntz: Rechtsprechungsübersicht zu e-Justice und e-Government 2021/2022 (Teil 1)
UrteilVG Göttingen: Namensänderung wegen seelischer Belastung aufgrund der Namensidentität mit einem Sprachassistenten (4 A 79/21)
Eine seelische Belastung aufgrund der Namensidentität mit einem bekannten Sprachassistenten kann im Einzelfall ein wichtiger Grund i.S.d. § 3 Abs. 1 NamÄndG darstellen und eine Namensänderung rechtfertigen.
BeschlussVG Hamburg: Falsche Abbildungen in einem Schulwegroutenplaner (5 E 3244/22)
1. Die Antragsgegnerin ist gemäß Art. 3 Abs. 1 GG lediglich ausnahmsweise verpflichtet, die Berechnung des Schulwegroutenplaners unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse zu korrigieren, wenn die verwendeten Geodaten die örtlich…
BeschlussKG Berlin: Fahrunsicheres Führen eines E-Scooters
1. Der für Führer von Kraftfahrzeugen anerkannte so genannte Beweisgrenzwert, ab dem die alkoholbedingte Fahrunsicherheit unwiderleglich („absolut“) besteht, gilt auch für Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen, namentlich für Nutzer von E-Sco…
AufsatzVogelgesang, , Stephan Weth, Stephanie: Strukturierter Parteivortrag - einmal anders gedacht
BeschlussOLG Frankfurt: Pflicht der Anwälte zur Nutzung des beA auch in Verfahren ohne Anwaltszwang (26 W 4/22)
§ 130d Satz 1 ZPO ist auch auf diejenigen Verfahren anwendbar, die nicht dem Anwaltszwang unterliegen.
BeschlussBFH: Zeitpunkt des Eingangs eines über das beA übermittelten Schriftsatzes (X B 158/21)
Der von einem Rechtsanwalt über das besondere Anwaltspostfach (beA) gemäß § 52d, § 52a Abs. 1, 2 und Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO in elektronischer Form übermittelte Schriftsatz --vorliegend die Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde-- geht …
BeschlussBGH: Ausgangskontrolle eines fristwahrend per beA übersandten Schriftsatzes (XI ZB 18/21)
Zu den organisatorischen Maßnahmen für eine wirksame Ausgangskontrolle eines fristwahrend aus dem beA übersandten Schriftsatzes gehört auch die Anweisung gegenüber der eingesetzten Rechtsanwaltsfachangestellten, stets auch das Vorliegen ein…
BeschlussBGH: Prüfungspflicht bei Wahrung der Berufungsbegründungsfrist (VII ZB 29/21)
Das Berufungsgericht hat gemäß § 522 Abs. 1 Satz 1 ZPO von Amts wegen zu prüfen, ob die Frist zur Begründung der Berufung gewahrt worden ist. Erst nach Ausschöpfung aller erschließbaren Erkenntnisse gehen etwa noch vorhandene Zweifel zu Las…
BeschlussAG Dachau: Elektronische Form für Erinnerung
Für eine Erinnerung gegen die Ablehnung eines Vollstreckungsauftrages ist § 569 Abs. 2 ZPO analog anwendbar mit der Folge, dass ein schriftlich einzureichender Antrag erforderlich ist, für den seit dem 01.01.2022 gemäß § 130 d ZPO die elekt…
UrteilArbG Hamburg: Kein Anspruch einer Arbeitnehmervereinigung auf arbeitgeberseitige Veröffentlichung von Informationen im Intranet des Arbeitgebers (4 Ca 248/21)
1. Für die Geltendmachung eines Anspruchs einer Arbeitnehmervereinigung auf arbeitgeberseitige Veröffentlichung von Informationen im Intranet des Arbeitgebers ist der Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitssachen nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 ArbGG …
BeschlussHanseatisches OLG Hamburg: Eigenhändige Versendung des elektronischen Dokuments durch den Verfahrensbevollmächtigten (2 UF 208/21)
1. Ein mittels beA gestellter Antrag zur Verlängerung der Beschwerdebegründungsfrist in einer Familienstreitsache muss von dem Verfahrensbevollmächtigten des Beteiligten verantwortet und mit seinem Wissen und Wollen eingereicht werden.2. §§…
BeschlussOLG Bamberg: Elektronische Einlegung der Beschwerde beim unzuständigen Gericht (2 UF 16/22)
1. Mit dem Eingang des an das hierfür unzuständige Beschwerdegericht als Empfänger adressierten und gesendeten Schriftsatzes auf dem Intermediär-Server der Bayerischen Justiz ist kein Eingang beim Ausgangsgericht verbunden, bei dem die Verf…
UrteilAG Frankfurt a.M.: Verbreiten von NS-Videos per Whats-App-Status (907 Ds 6111 Js 250180/19)
Das Verbreiten von NS-Videos per Whats-App-Status stellt eine strafbare Volksverhetzung dar.
BeschlussVG Hamburg: Einstweiliger Rechtsschutz zur Erteilung von theoretischem Fahrunterricht in digitaler Form (5 E 2299/22)
Bei der Regelung über die Durchführung des theoretischen Fahrunterrichts in präsenter Form in § 4 Abs. 1b Satz 1 und 2 FahrschAusbO handelt es sich nicht um eine Vorschrift in einer auf § 68 Abs. 1 Nr. 13 FahrlG beruhenden Rechtsverordnung.…
UrteilVG Berlin: Anspruch nach dem IFG auf Einsicht in Kurzprotokolle über die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenzen zur Corona-Pandemie (2 K 155/21)
1. Kurzprotokolle über die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenzen zu Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im März 2020 sind amtliche Informationen i.S.v. § 2 Nr. 1 Satz 1 IFG und nicht etwa nur bloße Entwürfe oder Notizen gemäß § 2 …
BeschlussOVG Schleswig-Holstein: Glaubhaftmachung einer aus technischen Gründen nicht möglichen Übermittlung als elektronisches Dokument (1 LA 1/22)
Der Hinweis, es sei „dem Unterzeichner derzeit nicht möglich, einen Schriftsatz per beA an das Gericht zu senden“, beinhaltet keine Glaubhaftmachung einer aus technischen Gründen nicht möglichen Übermittlung, sondern - ohne jede Bezugnahme …
BeschlussVG Frankfurt a.M.: Kein Anspruch auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei elektronischer Kommunikation wegen elektronischem Kriegswaffenbuch (5 L 1281/22.F)
Bei der elektronischen Kommunikation im Zusammenhang mit der Meldung von Kriegswaffenbeständen an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wäre wegen ihrer Sensibilität eine unverschlüsselte elektronische Kommunikation nicht zuläss…
BeschlussBGH: Anforderungen an die formgerechte Einreichung eines elektronischen Dokuments bei Gericht (XII ZB 311/21)
Die Einreichung eines elektronischen Dokuments bei Gericht ist nur dann formgerecht, wenn es entweder mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen ist oder von der verantwortenden Person selbst auf einem sicheren Übermittlungsw…
BeschlussBGH: Versehentlicher Falschversand des Berufungsschriftsatzes im elektronischen Rechtsverkehr
Bemerkt ein Prozessbevollmächtigter, dass die Berufungsbegründung versehentlich an das Landgericht versandt worden war, kann er nicht mehr davon ausgehen, er erteile die Anweisung, den Schriftsatz erneut - nunmehr an das Oberlandesgericht -…
BeschlussBGH: Einfache Signatur bei Versand über beA (3 StR 89/22)
Eine Revisionsbegründungsschrift muss nicht handschriftlich unterzeichnet sein, wenn sie gemäß § 32d Satz 2 StPO elektronisch übersandt wird und die Übermittlung über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) erfolgt. Vielmehr genüg…
UrteilLG Saarbrücken: Telefonische Weitergabe einer TAN (1 O 394/21)
Im Rahmen des Online-Bankings kann auch die telefonische Weitergabe lediglich einer TAN den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit des Zahlungsdienstenutzers begründen, wenn sich diesem nach den Gesamtumständen des Falles geradezu aufdrängen mus…
UrteilOLG Celle: Darlegung des Verfügungsgrundes für den Erlass einer einstweiligen Anordnung bei Vertragsverletzung (5 U 152/21)
Im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes mit dem Ziel der Untersagung der – erneuten – Löschung eines Beitrags in einem sozialen Netzwerk und der erneuten vorübergehenden Sperre des Nutzerkontos ist ein Verfügungsgrund im Regelfall ges…
BeschlussBAG: Formwirksamkeit eines elektronischen Dokuments (3 AZB 2/22)
1. Das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten und zur Änderung weiterer Vorschriften sieht ab dem 1. Januar 2022 Erleichterungen der Formalitäten bei Einreichung eines elektronischen Dokuments vor. Ob sie anwe…
BeschlussBAG: Unternehmenseinheitliche Nutzung von Microsoft Office 365 (1 ABR 20/21)
Die unternehmenseinheitliche Nutzung von Microsoft Office 365 mit der Möglichkeit einer zentralen Kontrolle von Verhalten und Leistung der Arbeitnehmer erfordert aus zwingenden technischen Gründen eine betriebsübergreifende Regelung, für di…
UrteilBVerwG: Zugang zu Umweltinformationen über Stuttgart 21 - Ausnahme für interne Mitteilungen (10 C 2.21)
Der Ausnahmetatbestand nach Art. 4 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. e UIRL erfasst Informationen, die innerhalb einer Behörde im Umlauf sind und die zum Zeitpunkt eines Antrags auf Informationszugang deren Binnenbereich insbesondere nicht dadurch…
BeschlussBSG: Übermittlung in elektronischer Form
Wird dem Revisionsführer eine Zustimmung des Gegners zur Sprungrevision in elektronischer Form als Datei ohne Unterschrift übermittelt, ist er gehalten, bei der Weiterleitung an das Revisionsgericht ausdrücklich auf diesen Umstand hinzuweis…
UrteilBGH: Dr. Stefan Frank (I ZR 214/20)
1. Für die Beurteilung, ob Verträge über die Komposition und Produktion von Musik für eine Fernsehserie sowie die Einräumung der Nutzungsrechte an der Musik und deren Verlag wegen eines auffälligen Missverhältnisses von Leistung und Gegenle…
UrteilBGH: Container-Signatur im Patentnichtigkeitsverfahren (X ZR 82/21)
1. Eine qualifizierte Signatur, die sich auf den gesamten Inhalt einer über das elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach eingereichten Nachricht einschließlich der darin enthaltenen Dateien bezieht, genügt den Anforderungen des § 2 A…
UrteilAG Tiergarten: Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid als signiertes elektronisches Dokument über BeA
Nach §§ 67, 100c Ordnungswidrigkeitengesetz in Verbindung mit § 32d Strafprozessordnung ist ein Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid ausschließlich als signiertes elektronisches Dokument über das BeA - Besondere Anwaltspostfach - und das B…
UrteilVG Berlin: Pflicht zur elektronischen Einreichung von Schriftsätzen nach § 55d VwGO (12 L 25/22)
Wird ein Rechtsanwalt in einer eigenen Angelegenheit gerichtlich tätig, besteht für ihn die Pflicht zur elektronischen Einreichung von Schriftsätzen nach § 55d VwGO jedenfalls dann, wenn er explizit als Rechtsanwalt auftritt.
BeschlussLG Berlin: Anforderungen an die Beschriftung eines Internet-Bestellbuttons bei nur unter bestimmten Voraussetzungen bestehender Zahlungsverpflichtung (67 S 259/21)
Vorlagebeschluss an den Gerichtshof der Europäischen Union zur Auslegung des Art. 8 Abs. 2 UAbs. 2 Richtlinie 2011/83/EU (hier: Anforderungen an Beschriftung eines Internet-Bestellbuttons in Fällen, in denen der Verbraucher aufgrund eines a…
BeschlussKG Berlin: Geltung der Pflicht zur elektronischen Übermittlung nach §§ 32d Satz 2 StPO, 111c OWiG (nur) für Verteidiger und Rechtsanwälte (3 Ws (B) 71/22 - 162 Ss 38/22)
Verwerfungsbefugnis des Tatgerichts nach §§ 79 Abs. 3 Satz 1 OWiG, 346 Abs. 1 StPO.Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung nach §§ 32d Satz 2 StPO, 111c OWiG gilt (nur) für Verteidiger und Rechtsanwälte. Einem Bevollmächtigten des Betro…
UrteilAG Essen: Einfache Signatur der verantwortenden Person (163 IK 66/22)
Auch der durch einen Rechtsanwalt als Bevollmächtigter des Schuldners eingereichte Eigenantrag unterliegt dem Formerfordernis gemäß §§ 4 InsO, 130d, 130a ZPO.Wird ein elektronisches Dokument nicht mit einer qualifizierten elektronischen Sig…
UrteilVG Stuttgart: Anspruch auf Verlinkung auf einer kommunalen Webseite (7 K 3169/21)
Die Webseite einer Gemeinde kann insoweit eine öffentliche Einrichtung darstellen, als sie von der Gemeinde für die suchbare Eintragung von Adressen der verschiedensten Vereinigungen sowie Gruppen mit Ansässigkeit in der Gemeinde geöffnet w…
BeschlussOVG Nordrhein-Westfalen: Elektronische Dokumentübermittlung (19 B 459/22)
Eine Fremdversendung eines elektronischen Dokuments aus dem besonderen elektronischen Behördenpostfach (beBPo) einer anderen Behörde verfehlt die gesetz- und verordnungsrechtlichen Voraussetzungen einer Einreichung auf einem sicheren Übermi…
UrteilOLG Hamm: Qualifizierte elektronische Signatur (5 RVs 53/22)
32a Abs. 3 StPO enthält für ein Dokument, das schriftlich abzufassen, zu unterschreiben oder zu unterzeichnen ist, zwei mögliche Wege der Übermittlung im elektronischen Rechtsverkehr bereit: Ein Weg – der hier nicht vorliegt – ist die Überm…
UrteilLG Gera: Widerruf eines Studienvertrages mit privater Hochschule (Fernabsatzvertrag) (7 O 550/21)
1. Kommt ein Studienvertrag dadurch zustande, dass eine private Hochschule der Bewerberin per E-Mail einen vorunterzeichneten Studienvertrag übersendet und dieser von der Bewerberin unterschrieben zurückgesandt wird, handelt es sich um eine…
UrteilSchleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht: Eintragung eines aufgehobenen Insolvenzverfahrens in Datenbanken (17 U 5/22)
1. Der Senat hält in Fortführung seiner im Senatsurteil vom 2. Juli 2021 (17 U 15/21) begründeten Auffassung daran fest, dass die Zulässigkeit der Erhebung und Verarbeitung von Daten über ein Insolvenzverfahren aus dem unter www.insolvenzbe…
UrteilOLG Koblenz: Schadensersatz nach Art. 82 DSGVO (5 U 2141/21)
1. Der immaterielle Schadensersatzanspruch nach Art 82 DSGVO bestimmt sich der Höhe nach unter Berücksichtigung seiner Funktion zum Ausgleich, zur Genugtuung und zur Generalprävention.2. Die Höhe muss berücksichtigen, dass der Einmeldung vo…
UrteilOLG Frankfurt a.M.: Irreführung durch bezahlte Kundenrezensionen auf Verkaufsplattform (6 U 232/21)
Fließen in das Gesamtbewertungsergebnis für Produkte, die auf einer Verkaufsplattform angeboten werden, auch Rezensionen ein, für die an den Rezensenten ein - wenn auch geringes - Entgelt gezahlt wird, und es wird die Berücksichtigung diese…
AufsatzRedaktion JurPC: (ohne Titel)
BeschlussAG Erfurt: Nutzungspflicht elektronischer Übermittlungswege durch die Staatsanwaltschaften
Die Staatsanwaltschaft trifft eine Nutzungspflicht hinsichtlich der elektronischen Übermittlungswege für Vollstreckungsaufträge gegenüber dem jeweiligen Vollstreckungsorgan aus § 130 d ZPO. Die Staatsanwaltschaft vollstreckt Forderungen gem…
BeschlussAG Ludwigshafen: Keine Pflicht zur Vorlage des Originals des Berechtigungsscheins (2 UR II 82/20)
1. Bei dem Antrag des Rechtsanwalts auf Festsetzung der Beratungshilfevergütung aus der Staatskasse besteht keine gesetzliche Pflicht zur Vorlage des Originals des Berechtigungsscheins, es geht vielmehr um die Frage, ob ohne eine solche Vor…
BeschlussSchleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht: Keine Pflicht zur Einreichung von elektronischen Anträgen beim Grundbuchamt für Behörden (2 Wx 22/22)
1. Auch eine Behörde muss eine Beschwerde gegen eine Verfügung des Grundbuchamts nicht gemäß § 14b Abs. 1 FamFG elektronisch einreichen, weil § 14b FamFG nicht greift, da die Einlegung der Beschwerde in § 73 GBO abschließend normiert ist.2.…
BeschlussOLG Zweibrücken: Nutzung der elektronischen Form für ein Ersuchen an das Grundbuchamt (3 W 19/22)
Die Nutzung der elektronischen Form für ein Ersuchen an das Grundbuchamt ist in §§ 126 ff. GBO i.V.m. der Landesverordnung über den elektronischen Rechtsverkehr in Rheinland-Pfalz vom 10. Juli 2015 ausschließlich für Notare verpflichtend vo…
UrteilNiedersächsisches Finanzgericht: Anspruch auf Akteneinsicht im Verwaltungsverfahren (7 K 11127/18)
Aus dem Rechtsstaatsprinzip gemäß Art. 20 Abs. 3 GG i.V.m. dem Prozessgrundrecht gemäß Art. 19 Abs. 4 GG und dem nunmehr in Art. 41 II lit. a der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (EU-GR-Charta) ausdrücklich verankerten Recht au…
BeschlussBAG: Fristwahrung bei Nutzung des beA (3 AZB 2/22)
1. Das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten und zur Änderung weiterer Vorschriften sieht ab dem 1. Januar 2022 Erleichterungen der Formalitäten bei Einreichung eines elektronischen Dokuments vor. Ob sie anwe…
BeschlussBGH: Unverschuldetes Scheitern der Übermittlung eines fristwahrenden Schriftsatzes per Telefax (VIII ZB 45/21)
War die von dem Prozessbevollmächtigten der Partei zulässigerweise gewählte Übermittlung eines fristwahrenden Schriftsatzes am Tag des Fristablaufs aus von ihm nicht zu vertretenden Gründen gescheitert und hält das mit dem Wiedereinsetzungs…
UrteilBGH: Inbox-Werbung II (I ZR 25/19)
Eine wirksame Einwilligung in eine Inbox-Werbung (automatisierte Werbeeinblendung auf bestimmten dafür vorgesehenen Flächen in der E-Mail-Inbox des Nutzers), die eine Werbung unter Verwendung elektronischer Post im Sinne von § 7 Abs. 2 Nr. …
UrteilAG Kassel: Zahlungsklausel in Telekommunikationsdienstleistungsvertrag (421 C 301/22)
Eine Klausel in einem Telekommunikationsdienstleistungsvertrag, wonach Rechnungsbeträge spätestens 10 Tage nach Zugang der Rechnung zu zahlen seien, begründet keinen Verzug ohne Mahnung. Die Klausel ist entweder eine Regelung der Fälligkeit…
UrteilOLG Frankfurt a.M.: Kennzeichnungspflicht von Influencer-Beiträgen bei Gegenleistung in Form von E-Books (Influencer E-Books) (6 U 56/21)
1. Fördert eine Influencerin durch Beiträge auf der Internetplattform Instagram und „Tap Tags" zu den jeweiligen Unternehmen deren Absatz, handelt es sich um kommerzielle Kommunikation im Sinne von § 2 S. 1 5b TMG, wenn die beworbenen E-Boo…
UrteilBGH: Webshop Awards (I ZR 203/20)
1. Eine geschäftliche Handlung, die eine im Sinne von § 5 Abs. 1 Satz 2 Fall 1 UWG unwahre Angabe enthält, kann unabhängig davon im Sinne von § 5 Abs. 1 UWG irreführend sein, ob diese Angabe einen der in § 5 Abs. 1 Satz 2 Fall 2 UWG aufgefü…
UrteilBGH: Auslistungsanspruch nach Art. 17 DS-GVO (VI ZR 832/20)
Zu den Voraussetzungen eines Auslistungsanspruchs gegen den Verantwortlichen eines Internet-Suchdienstes nach Art. 17 DS-GVO.
BeschlussOVG Nordrhein-Westfalen: Elektronische Dokumentübermittlung (19 B 2003/21)
Bei der Einreichung eines mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach Art. 3 Nr. 12 eIDAS-VO versehenen elektronischen Dokuments einerseits und der Einreichung eines mit einer (einfachen) elektronischen Signatur nach Art. 3 Nr. 10…
BeschlussBGH: Streitwert für öffentliche Urteilsbekanntmachung in einer Urheberrechtssache (I ZR 153/20)
Der Wert der öffentlichen Bekanntmachung eines Urteils ist nach § 3 ZPO frei und unabhängig vom Streitwert der Hauptsache sowie von den Kosten der Bekanntmachung zu schätzen. Vorliegend wird der diesbezügliche Streitwert auf 5.000,00 Euro g…
BeschlussBGH: Berufungsbegründung per beA (VI ZB 25/20)
Zum Eingang eines über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) eingereichten elektronischen Dokuments (hier: Berufungsbegründung) bei Gericht (§ 130a Abs. 5 ZPO).
BeschlussBGH: Fortgeschrittene Signatur und persönliche Übermittlung (XII ZB 311/21)
Die Einreichung eines elektronischen Dokuments bei Gericht ist nur dann formgerecht, wenn es entweder mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen ist oder von der verantwortenden Person selbst auf einem sicheren Übermittlungsw…
AufsatzRedaktion JurPC: Veranstaltungshinweis: Speyerer Digitalisierungswerkstatt - Online-Klage und strukturierter Parteivortrag - so könnte es funktionieren (2. und 3. Juni 2022)
UrteilBGH: Zweitmarkt für Lebensversicherungen II (I ZR 128/21)
1. Nach § 8 Abs. 3 Nr. 1 UWG nF ist die Anspruchsberechtigung von Mitbewerbern zusätzlich zu dem Bestehen eines konkreten Wettbewerbsverhältnisses davon abhängig, dass sie in nicht unerheblichem Maße und nicht nur gelegentlich Waren oder Di…
BeschlussBGH: Mangel der Unterschrift in einem Berufungsschriftsatz (VI ZB 27/20)
1. Der Mangel der Unterschrift in einem als Urschrift der Berufung gedachten Schriftsatz kann durch eine gleichzeitig eingereichte beglaubigte Abschrift dieses Schriftsatzes behoben werden, auf der der Beglaubigungsvermerk von dem Prozessbe…
UrteilBGH: Porsche 911 (I ZR 222/20)
1. Der Begriff der Nutzung im Sinne von § 32a Abs. 1 Satz 1 UrhG ist dahingehend auszulegen, dass Erträge oder Vorteile aus einer Nutzung, die nicht in den Schutzbereich eines Verwertungsrechts des Urhebers eingreifen, keinen Anspruch gemäß…
BeschlussBGH: Anspruch auf Kopie der Daten aus der Patientenakte (VI ZR 1352/20)
Vorlagefragen an den Gerichtshof der Europäischen Union zur Auslegung von Art. 15 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 5 und Art. 23 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz na…
UrteilArbG Frankfurt a.M.: Vorübergehende Unmöglichkeit der Übermittlung aus technischen Gründen (24 Ca 7293/21)
Eine vorübergehende Unmöglichkeit der Übermittlung aus technischen Gründen iSd § 46g Satz 3 ArbGG liegt nicht vor, wenn ein Rechtsanwalt pauschal behauptet, er sei, obwohl rechtzeitig beantragt, nicht von der Zertifizierungsstelle freigesch…
BeschlussOLG Frankfurt a.M.: Elektronische Übermittlung der Beschwerdeschrift (5 WF 11/22)
Eine sofortige Beschwerde, die durch einen Rechtsanwalt nach dem 1.1.2022 eingelegt wird, muss auch in Familiensachen, die keine Familienstreitsachen sind, elektronisch übermittelt werden, um die Beschwerdefrist zu wahren.
BeschlussOLG Frankfurt a.M.: Fehlendes Rechtsschutzbedürfnis für einstweilige Verfügung (6 W 11/22)
Gibt der Schuldner eine von der Gläubigerin vorformulierte Unterlassungserklärung ab, kann sich aufgrund des hierdurch begründeten Schuldverhältnisses eine Pflicht der Gläubigerin ergeben, bei Unklarheiten über den Umfang der abgegebenen Un…
BeschlussOLG Frankfurt a.M.: Bevorstehender Ablauf der Schutzfrist (6 W 22/22)
Hat das verletzte Design bei Anbringung des Unterlassungsantrages nur noch eine Schutzdauer von acht Monaten, kann sich dies mindernd auf die Höhe des Gebührenstreitwertes auswirken, selbst wenn es sich um ein Design von hoher Bekanntheit h…
UrteilOberlandesgericht Wien (Österreich): Cloudcomputing und Privatkopieabgabe (33 R 50/20w)
UrteilOberlandesgericht Wien (Österreich): Cloudcomputing und Privatkopieabgabe
UrteilEuGH: Cloudcomputing und Privatkopieabgabe
UrteilEuGH: Cloudcomputing und Privatkopieabgabe
AufsatzNorbert P. Flechsig: Cloudcomputing und Privatkopieabgabe
UrteilOLG Nürnberg: Markenmäßige Verwendung einer Wortmarke mit beschreibenden Anklängen (3 U 2794/21)
1. Der beschreibende Charakter einer Marke ergibt sich in erster Linie aus dem Sinngehalt der betreffenden Bezeichnung. Maßgeblich für die Frage, ob der Verkehr das Zeichen nur beschreibend versteht, ist jedoch auch der Kontext, in der die …
BeschlussOLG Bamberg: Anforderungen an die elektronische Einreichung einer Beschwerdeschrift (2 UF 8/22)
1.Nach § 64 Abs. 2 S. 4 FamFG ist eine Beschwerdeschrift zwingend zu unterschreiben.2. Bei Nutzung des elektronischen Rechtsverkehrs ist die Voraussetzung einer eigenhändigen Unterzeichnung gemäß § 64 Abs. 2 Satz 4 FamFG durch §§ 14 Abs. 2 …
BeschlussBGH: Verwertbarkeit von EncroChat-Daten (5 StR 457/21)
Zur im vorliegenden Fall bejahten Verwertbarkeit von EncroChat-Daten.
BeschlussBGH: Prüfung des zu signierenden Dokumentes (VI ZB 78/21)
Bei der Signierung eines ein Rechtsmittel oder eine Rechtsmittelbegründung enthaltenden fristwahrenden elektronischen Dokumentes gehört es zu den nicht auf das Büropersonal übertragbaren Pflichten eines Rechtsanwalts, das zu signierende Dok…
BeschlussOVG des Saarlandes: Zeitpunkt der Zustellung eines Urteils gegen elektronisches Empfangsbekenntnis (beA) (1 A 267/20)
1. Wird ein Urteil in Anwendung der §§ 56 Abs. 2 VwGO, 174 Abs. 3 und 4 ZPO a.F.in der zum Zeitpunkt der Zustellung des angefochtenen Urteils geltenden Fassung des Gesetzes zur Neuregelung der Wertgrenze für die Nichtzulassungsbeschwerde in…
BeschlussOVG Rheinland-Pfalz: Öffentlicher Spendenaufruf im Internet (7 B 11137/21)
1. Sammlungen im Sinne des Sammlungsgesetzes sind (weiterhin) auch solche öffentlichen Spendenaufrufe im Internet, die zwar anderenorts eingestellt werden, jedoch von Rheinland-Pfalz aus abrufbar sind (Fortführung der Rechtsprechung des Sen…
UrteilBGH: Anspruch auf Erstattung von Abmahnkosten (I ZR 7/21)
Der Anspruch auf Erstattung von Abmahnkosten ist kein im Verhältnis zum Unterlassungsanspruch unselbständiger Nebenanspruch, der als solcher das Schicksal des Hauptanspruchs teilt. Der Anspruch ist nur insofern unselbständig, als er dann ni…
BeschlussBGH: Voraussetzungen der Wiedereinsetzung bei Eintragung einer Frist (VI ZB 37/20)
Zu den Voraussetzungen der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Fristversäumung infolge unvollständiger Umsetzung einer anwaltlichen Einzelweisung zur Notierung von Rechtsmittel- und Rechtsmittelbegründungsfrist im Fristenkalender durc…
UrteilSchleswig Holsteinisches Oberlandesgericht: Kritik in einem Bewertungsportal (9 U 134/21)
Ein Immobilienmakler, der zum Zwecke der Förderung seiner Geschäfte aktiv den Auftritt in einem Bewertungsportal gesucht hat, muss sich Kritik an seiner gewerblichen Leistung in der Regel auch dann gefallen lassen, wenn sie scharf formulier…
BeschlussSchleswig Holsteinisches Oberlandesgericht: Auskunftsansprüche nach dem TTDSG (9 Wx 23/21)
1. § 21 Abs. 2 TTDSG beinhaltet nunmehr eine spezialgesetzliche Anspruchsgrundlage für eine Auskunftspflicht des Betreibers einer Social-Media-Plattform - hier Instagram - gegenüber den Betroffenen von Persönlichkeitsrechtsverletzungen.2. D…
BeschlussBSG: Einfache Signatur und nicht lesbare Unterschrift
1.Die Formanforderungen des § 65a Abs 3 Satz 1 Alt 2 SGG sind nur erfüllt, wenn der Schriftsatz über das beA übermittelt wird und die das Dokument signierende und somit verantwortende Person mit der des tatsächlichen Versenders übereinstimm…
UrteilBGH: Auskunftsrecht über die Herkunft von Daten (VI ZR 14/21)
Zur Beschränkung des Auskunftsrechts über die Herkunft von Daten gemäß Art. 15 Abs. 1 Halbsatz 2 lit. g DS-GVO durch datenschutzrechtlich geschützte Interessen Dritter.
UrteilAG Frankfurt a.M.: Höhe des Schadensersatzes bei Urheberrechtsverletzung über Tauschbörse (29 C 2625/21 (44))
Bei einem im Jahr 2016 erstveröffentlichten Computerspiel waren die angemessenen Lizenzgebühren nach § 287 ZPO auf 500,00 Euro zu schätzen. Hierbei waren in erster Linie die Verbreitung des Computerspiels, die Häufigkeit der Verletzungshand…
UrteilOLG Frankfurt a.M.: Mittelbare Herkunftstäuschung beim Vertrieb von (6 U 202/20)
1. Der Vertrieb der Nachahmung einer „Plastikuhr" kann trotz markenähnlicher Kennzeichnung eine mittelbare Herkunftstäuschung auslösen, wenn dem Verkehr bekannt ist, dass z.B. für Mode- und Sportartikelhersteller Uhren in Lizenz hergestellt…
UrteilOLG Frankfurt a.M.: Zu den Voraussetzungen eines Schadensersatzanpruches nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO (13 U 206/20)
Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch gemäß Art. 82 Abs. 1 DSGVO ist der Nachweis eines konkreten (auch immateriellen) Schadens.
UrteilBGH: Tina Turner (I ZR 2/21)
1. Wird eine Person durch eine andere Person dargestellt, ist die Darstellung (erst) dann als Bildnis der dargestellten Person anzusehen, wenn der täuschend echte Eindruck erweckt wird, es handele sich um die dargestellte Person selbst, wie…
BeschlussArbG Stuttgart: Übersendung eines Vergleichsvorschlages auf einem sicheren Übertragungsweg mit einfacher Signatur (4 Ca 688/22)
1. Der Versand auf einem sicheren Übermittlungsweg mit einfacher Signatur gemäß § 46c Abs. 3 Satz 1 Var. 2 ArbGG (bzw. § 130a Abs. 3 Satz 1 Var. 2 ZPO) wahrt - anders als die qualifizierte elektronische Signatur - die elektronische Form gem…
BeschlussBSG: Unterzeichnung durch Paraphe
Die Unterzeichnung eines Telefax lediglich durch eine Paraphe erfüllt nicht die erforderliche Schriftform. Das Abzeichnen einer Abverfügung durch eine Mitarbeiterin mittels einer Paraphe ersetzt nicht die fehlende Unterschrift. Der dort ang…
BeschlussBGH: Anforderungen an eine wirksame Ausgangskontrolle (VI ZB 2/21)
1. Ein Rechtsanwalt genügt seiner Pflicht zur wirksamen Ausgangskontrolle fristwahrender Schriftsätze nur dann, wenn er seine Angestellten anweist, nach einer Übermittlung per Telefax anhand des Sendeprotokolls zu überprüfen, ob der Schrift…
BeschlussBVerfG: Verdeckter Zugriff auf informationstechnische Systeme (1 BvR 1552/19)
1. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen. Soweit die Beschwerdeführer unzureichende Vorgaben zum Umgang mit Sicherheitslücken rügen, haben sie weder ihre Beschwerdebefugnis noch die Wahrung des Grundsatzes der Sub…
UrteilLG Köln: Formunwirksamkeit eines Einspruchs gegen Versäumnisurteil nur per Fax (14 O 395/21)
Seit dem 01.01.2022 ist die Erhebung eines Einspruchs gegen ein Versäumnisurteil nur per Fax nicht mehr wirksam. Ein auf diese Weise eingereichter Einspruch ist nach § 341 ZPO zu verwerfen.
UrteilLG München I: Nichtversendung einer elektronischen Eingangsbestätigung (33 O 4638/21)
UrteilOLG Koblenz: Tatsachenbehauptung durch Änderung eines Wikipedia-Artikels (6 U 195/21)
AufsatzWolfgang Kuntz: Verweisungen in Gesetzen auf Seiten im Internet - oder: die dynamischste aller Verweisungen
UrteilBGH: Facebook, Klarnamenpflicht (III ZR 3/21)
1. Zeitlicher Bezugspunkt für die Frage, ob eine Bestimmung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam ist, ist im Individualprozess der Zeitpunkt, zu dem die Bestimmung in den jeweiligen Vertrag einbezogen worden ist. Wurde der Vertrags…
UrteilBGH: Bindungswirkung eines Unterlassungsurteils im Verbandsklageverfahren (III ZR 4/21)
Der von einem Unterlassungsurteil im Verbandsklageverfahren ausgehenden Bindungswirkung für den Individualprozess steht eine spätere Gesetzesänderung nicht entgegen, soweit in dem Individualprozess die Wirksamkeit einer Bestimmung im Streit…
BeschlussBGH: Offenkundige Tatsache, Internet, rechtliches Gehör (III ZR 195/20)
Möchte ein Gericht von ihm dem Internet entnommene Tatsachen als offenkundig im Sinne des § 291 ZPO seinem Urteil zugrunde legen, muss es den Parteien durch einen Hinweis die Möglichkeit zur Stellungnahme geben. Ein Hinweis kann nur dann un…
AufsatzJoachim von Ungern-Sternberg: Zur Geltung des allgemeinen Zivilrechts für die Rechtsbeziehungen zwischen Verwertungsgesellschaft und Berechtigtem
BeschlussAG Landstuhl: Messsystem Provida 2000 (2 OWi 4211 Js 8338/21)
1. Das Messsystem Provida 2000 modular gilt für Geschwindigkeitsmessungen als standardisiertes Messverfahren i.S.d. Rechtsprechung des BGH. Dies gilt nicht für eine Abstandsmessung. Eine mittels Provida 2000 modular durchgeführte Abstandsme…
BeschlussVerwaltungsgericht des Saarlandes: Zu den Voraussetzungen der Durchführung einer Gemeinderatssitzung als Videokonferenz (3 L 92/22)
Zu den Voraussetzungen der Durchführung einer Gemeinderatssitzung als Videokonferenz.
UrteilLAG Köln: Zugang einer E-Mail (4 Sa 315/21)
Den Absender einer E-Mail trifft gemäß § 130 BGB die volle Darlegungs- und Beweislast dafür, dass die E-Mail dem Empfänger zugegangen ist. Ihm kommt nicht dadurch die Beweiserleichterung des Anscheinsbeweises zugute, dass er nach dem Versen…
UrteilHanseatisches OLG Hamburg: Irreführung durch Unterlassen bei gemischtsprachigem Angebot grenzüberschreitender Online-Vermittlung von Ferienimmobilien (15 U 160/20)
1. Macht der Anspruchsteller geltend, dass wesentliche Informationen auf unklare oder unverständliche Weise bereitgestellt werden, weil sie in einer dem Verbraucher nicht geläufigen Sprache gefasst sind, muss er konkret vortragen, zu welche…
UrteilLG Köln: Video auf Instagram (14 O 127/20)
Ein Betreiber eines Instagram Accounts ist weder als Störer noch wegen der Reichweite einer vertraglich übernommenen Unterlassungsverpflichtung gehalten, die Abrufbarkeit eines zunächst von ihm in urheberrechtsverletzender Weise bereitgeste…
UrteilLG Frankfurt a.M.: Nicht in der Form des § 130d ZPO eingereichter Schriftsatz
Ein bei Gericht nach dem 1.1.2022 nicht in der Form des § 130d ZPO als elektronisches Dokument eingereichter Schriftsatz ist formunwirksam und damit unbeachtlich. Eine per Fax eingereichte Verteidigungsanzeige kann daher ein Versäumnisurtei…
UrteilOLG Celle: Widerrufsrecht bei außerhalb der Geschäftsräume geschlossenem Vertrag (14 U 111/21)
1. Für die Annahme eines außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrages gem. § 312b Abs. 1 Nr. 1 BGB kommt es nur auf den Ort des Vertragsschlusses an; ob eine Drucksituation bestand, eine Überrumpelung des Verbrauchers erfolgte oder…
BeschlussBGH: Zumutbarkeit der Benutzung des beA bei Defekt des gerichtlichen Empfangsgeräts (VII ZB 12/21)
Zur Zumutbarkeit der Benutzung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs zur Übermittlung der Berufungsbegründung an das Berufungsgericht (in der Zeit bis zum Eintritt der aktiven Nutzungspflicht des elektronischen Rechtsverkehrs für R…
BeschlussVG Frankfurt/Oder: Per Fax eingereichter, nicht unterschriebener Antrag eines Rechtsanwalts
Ein nicht unter Wahrung der Erfordernisse des § 55d VwGO angebrachter Antrag ist unwirksam.
UrteilLG Essen: Entzug der Administratorenrechte für einen Account (6 O 314/21)
UrteilLAG Düsseldorf: Einbettung von Schriftarten in einem elektronischen Dokument (14 Sa 190/21)
Trotz fehlender Einbettung von Schriftarten kann ein Dokument i.S.d. § 130a ZPO zur Bearbeitung durch das Gericht geeignet sein.
UrteilBVerwG: Informationszugang in Bezug auf die Prüfungs- und Beratungstätigkeit des Bundesrechnungshofs (10 C 5.20)
§ 96 Abs. 4 BHO regelt Informationszugangsansprüche gegen den Bundesrechnungshof in Bezug auf dessen Prüfungs- und Beratungstätigkeit auch im Verhältnis zu Presseangehörigen abschließend.Bei Informationsbegehren von Presseangehörigen ist da…
UrteilSG Gießen: Akteneinsicht in die elektronische Verwaltungsakte
Ein Prozessbeteiligter hat keinen materiell-rechtlichen Anspruch auf Akteneinsicht in die elektronische Verwaltungsakte der prozessbeteiligten Behörde, wenn ihm das Gericht seinerseits bereits vollständige elektronische Akteneinsicht gewähr…
BeschlussVG Wiesbaden: Einmeldung von Negativmerkmalen und gemeinsame Verantwortlichkeit (6 K 2249/18.WI)
1.Es bestehen Zweifel, ob bei der Interessensabwägung nach Art. 6 Abs. 1 UA 1 lit. f) DS-GVO das „berechtigte Interesse“ einer Wirtschaftsauskunftei durch das Vorliegen der „Einmeldevoraussetzungen“ nach § 31 BDSG ersetzt werden kann.2. Es …
UrteilVG Wiesbaden: Quellcode keine amtliche Information im Sinne des HDSIG (6 K 784/21.WI)
1. Der grundsätzlich weit auszulegende Begriff der amtlichen Information im Sinne des § 80 Abs. 1 S. 3 HDSIG umfasst nicht den Quellcode. Die Aufzeichnung des Quellcodes erfolgt nicht zu amtlichen Zwecken. Software wird durch staatliche Ste…
UrteilVG Wiesbaden: Datenschutzrechtliche Zulässigkeit des Vortrags hinsichtlich Gesundheitsdaten im Prozess (6 K 361/21.WI)
1. Die Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung von Gesundheitsdaten in Gerichtsprozessen beurteilt sich nach Art. 6 Abs. 1 UA 1 S. 1 f) i.V.m. Art. 9 DS-GVO.2. Rechtsanwälte sind hinsichtlich ihres Vortrags in Gerichtsverfahren Verantwortliche…
UrteilLG Karlsruhe: Einblendung eines Hinweises beim Teilen eines ungelesenen Beitrags auf Facebook (13 O 3/22 KfH)
Facebook (bzw. Meta Platforms Ireland Ltd., die das Portal für Nutzer außerhalb der USA und Kanadas betreibt) ist durch Vorschriften des Lauterkeitsrechts nicht gehindert, dem Teilen eines nicht angeklickten (und folglich nicht gelesenen) P…
BeschlussOLG Frankfurt a.M.: Kanadische Zustellung eines Scheidungsantrages per WhatsApp nicht mit § 109 Abs. 1 Satz 2 FamFG vereinbar (28 VA 1/21)
1. Die nach kanadischem Recht mögliche Zustellung verfahrenseinleitender Schriftstücke als pdf-Anhang einer WhatsApp-Nachricht erfüllt nicht die Wirksamkeitsvoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 des im Verhältnis zwischen Deutschland und Kanad…
BeschlussOLG Frankfurt a.M.: Gebühr für die Einstellung einer Schutzschrift im ZSSR (18 W 197/21)
Die Gebühr nach Nr. 1160 KV JVKostG für die Einstellung einer Schutzschrift in das Zentrale Schutzschriftenregister (ZSSR) fällt mehrfach an, wenn der Kostenschuldner eine an sich einheitliche Schutzschrift in mehrere Einzeldokumente aufget…
BeschlussOLG Frankfurt a.M.: Herabwürdigende Äußerungen bei Facebook kein Verstoß gegen Kontaktaufnahmeverbot (6 WF 147/21)
1. Herabwürdigende Äußerungen über den Inhaber eines Vollstreckungstitels in einem Facebook-Account stellen keine Verstöße gegen ein Kontaktaufnahmeverbot im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 GewSchG dar, die mit Ordnungsmitteln sanktionier…
UrteilAG St. Ingbert: Messungen mit dem Geschwindigkeits-Messgerät Traffistar S 330
1. Bei Messungen mit dem Geschwindigkeits-Messgerät Traffistar S 330 der Fa. Jenoptik handelt es sich um standardisierte Messverfahren im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.2. Der Umstand, dass bei diesem Messgerät wie mittlerw…
BeschlussArbG Stuttgart: Übermittlung über beA eines Syndikusrechtsanwalts (4 BV 139/21)
1. Die Übermittlung eines elektronischen Dokuments durch einen gemäß §§ 46 Abs. 2, 5 Nr. 2, 46a BRAO zugelassenen Verbandsjuristen (Syndikusrechtsanwalt) über das für ihn eingerichtete besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) ist gemäß…
UrteilLG Flensburg: Datenschutzrechtliche Pflichten aus einem Behandlungsvertrag (3 O 227/19)
1. Ein Behandlungsvertrag begründet u.a. die selbständige Nebenpflicht (§ 241 Abs. 1 BGB) des Behandelnden dafür Sorge zu tragen, dass die zur Behandlung und ihrer Dokumentation erhobenen personenbezogenen Daten des Patienten nur zu erlaubt…
UrteilSaarländisches Oberlandesgericht: Heilung eines Verstoßes bei der Videokonferenz (4 U 48/20)
1. Der Schutzbereich der Bereichsausnahme des § 312g Abs. 2 Nr. 8 BGB ist nach deren Sinn und Zweck dann nicht eröffnet, wenn der Erwerber einer Inhaberschuldverschreibung mangels im Vertrag vorgesehener Informationen nicht ermitteln kann, …
UrteilLG Hagen: Recht auf Vorlage der Lebensakte (46 Qs 63/21)
UrteilSaarländisches Oberlandesgericht: Verwertbarkeit der Ergebnisse von Geschwindigkeitsmessverfahren
UrteilSaarländisches Oberlandesgericht: Einsicht in die Falldaten der Messreihe im Bußgeldverfahren
UrteilBVerwG: Zugang zu Twitter-Direktnachrichten des BMI (10 C 3.20)
1. Eine als Twitter-Direktnachricht bei der Twitter Inc. gespeicherte Information kann eine amtliche Information gemäß § 2 Nr. 1 Satz 1 IFG sein.2. Eine Information ist nur dann amtlich im Sinne des § 2 Nr. 1 Satz 1 IFG, wenn ihre Aufzeichn…
BeschlussBGH: Beschwerdewert bei Unterlassung einer Äußerung (VI ZB 58/20)
Für die Bemessung des Beschwerdewerts eines Berufungsantrags auf Unterlassung einer Äußerung kommt es nicht nur auf deren Breitenwirkung, sondern auch auf die Wirkung der Äußerungen auf den Kläger selbst an.
UrteilBGH: Ungleichbehandlung von Ärzten in einem Ärztebewertungsportal (VI ZR 488/19)
1. Der Betreiber eines Ärztebewertungsportals unterliegt keinem strengen Gleichbehandlungsgebot in dem Sinne, dass eine Ungleichbehandlung von Ärzten, die keine (zahlenden) Kunden des Portalbetreibers sind, einerseits und Ärzten, die für ih…
UrteilBGH: Identitätsdiebstahl II (I ZR 17/21)
1. Ein Irrtum des Unternehmers über den Umstand einer vorhergehenden Bestellung durch den zur Zahlung aufgeforderten Verbraucher ist im Rahmen der Prüfung der Unlauterkeit einer geschäftlichen Handlung unter dem Gesichtspunkt der Irreführun…