JurPC Web-Dok. 33/2001 - DOI 10.7328/jurpcb/200116117

Nils Behling *

Buchbesprechung Theodor Enders, Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht und Medienrecht

JurPC Web-Dok. 33/2001, Abs. 1 - 4


Autorenprofil
Theodor Enders
Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht und Medienrecht
Fortis Verlag Köln, Wien Aarau, Bern, 2000
200 S.,
DM 34,80
Das Qualität und Quantität nicht notwendigerweise in einem engen Verhältnis stehen müssen, beweist das vorliegenden Werk von Enders. Auf nur 200 Seiten will der Band einen Überblick über die Hauptgebiete des Gewerblichen Rechtsschutzes, das Urheberrecht und das Medienrecht geben sowie die Beziehungen der einzelnen Gebiete zueinander darstellen. Im einzelnen berücksichtigt werden dabei das Patent- und Gebrauchsmusterrecht, das Geschmacksmusterrecht, das Markenrecht, Aspekte des Urheberrechts sowie das Medienrecht. Dem selbst gestellten Anspruch nach ist das Werk eine erste Einführung in die Materie für Studierende juristischer, betriebswirtschaftlicher und technischer Studiengänge sowie eine Orientierungshilfe für Praktiker in entsprechenden Wirtschaftsunternehmen. JurPC Web-Dok.
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Zwar gibt das Werk jeweils eine kurze Einführung in die Materie, streift aber aufgrund des knappen Umfangs wichtige Probleme nur oberflächlich. Besonders dünn ist der Abschnitt über das Medienrecht geraten, der nicht mehr ist, als ein Kurzreferat von Mediendienste-Staatsvertrag und Teledienst-Gesetz. Andere Facetten des Medienrechts, wie etwa das Äußerungsrecht oder das Presserecht, werden mit dem Hinweis nicht berücksichtigt, es handele sich um eigenständige Rechtsgebiete, die insoweit nicht dem Thema des Buches entsprächen. Abs. 2
Auch die übrigen Rechtsgebiete werden nur oberflächlich berührt, eine Möglichkeit zum vertieften Studium bieten lediglich die zahlreichen Fußnoten. Die in ihnen enthaltenen umfassenden Verweise sind zugleich das positivste Merkmal des Werkes. Erfreulich fällt daneben die übersichtliche Gliederung des Textes auf, mit neben den Text ausgerückten fettgedruckten Orientierungspunkten sowie die Verwendung von grafisch hervorgehobenen Merkkästchen zur Zusammenfassung besonders wichtiger Inhalte. Demgegenüber ist der Versuch des Autors, internationale Bezüge aufzuzeigen nur solange lobenswert, wie diese nicht schlichtweg falsch sind. So wird unzutreffend behauptet, für die Begründung des US-amerikanischen Copyrights sei eine Eintragung in das Copyright Register notwendig. Abs. 3
Für ein juristisches Werk bleibt der Band inhaltlich leider zu sehr an der Oberfläche. Aufgrund der breiten Stoffauswahl und der Knappheit der Darstellung ist das Werk für ein Lehrbuch deutlich zu kurz, allenfalls läßt es sich als Kurzskript zur Schnellrepetition verwenden. Aber auch dem Leser, der lediglich einen praktischen Einstieg in die Materie sucht, bieten sich bessere Varianten. Insgesamt läßt sich feststellen, daß das Werk nur mit Bedenken als empfehlenswert zu bezeichnen ist, allenfalls der günstige Preis mag ein Argument für die Anschaffung sein.
JurPC Web-Dok.
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* Nils Behling hat die erste juristische Staatsprüfung im November 1998 abgelegt und hat von 1999 bis 2000 ein LL.M-Studium an der Saint Louis University School of Law (USA) mit dem Abschluß Magister Legum absolviert. Seit 1999 ist Nils Behling Doktorand am Institut für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes mit dem Dissertationsthema "Medienrecht - Konzeption eines Universitären Curriculums". Daneben arbeitet er im Juristischen Internetprojekt Saarbrücken mit. Seit August 2000 ist Nils Behling Rechtsreferendar in Düsseldorf.
[online seit: 29.01.2001]
Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.

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