JurPC Web-Dok. 16/2000 - DOI 10.7328/jurpcb/20001515

Sonja Hampel*

Rezension CD-ROM "Entscheidungen zum Bürgerlichen Recht"

JurPC Web-Dok. 16/2000, Abs. 1 - 12


Entscheidungen zum Bürgerlichen Recht, herausgegeben von Prof. Dr. Dieter Medicus und Peter Halter.
2. Edition (CD-ROM) - Köln / Berlin / Bonn / München, Carl Heymanns Verlag 1999.
DM 29,80.
Systemvoraussetzungen: Standard-PC unter Windows 3.1, Windows 95 / 98, Windows NT, ab 4 MByte freiem Festplattenspeicher, CD-ROM-Laufwerk.
Ergänzend zur 18. Auflage des Lehrbuchs von Dieter Medicus "Bürgerliches Recht: Eine nach Anspruchsgrundlagen geordnete Darstellung zur Examensvorbereitung" ist die 2. Edition dieser CD-ROM erschienen. Sie beinhaltet alle im Literaturverzeichnis des Lehrbuchs aufgeführten BGHZ-Urteile im Volltext sowie eine Auswahl an RGZ-Entscheidungen und über 3.600 Urteilsdokumente aus dem BGHR. Eine solche Datenbank erleichtert die Lektüre des Lehrbuches, da der Studierende nun alle notwendigen Urteile am heimischen PC sofort griffbereit hat und nicht mehr von Seminaröffnungszeiten abhängig ist. Die Installation der Datenbank erfolgt durch ein Setup-Programm, welches man bezüglich des Zielordners auf der Festplatte und der Installation des für die RGZ-Entscheidungen nötigen Acrobat Readers selbst konfigurieren kann. JurPC Web-Dok.
16/2000, Abs. 1
Dies ist besonders hervorzuheben, da viele der bisher erschienenen CD-ROMs für Juristen diese Möglichkeit gar nicht bieten oder fehlerhaft in der Ausführung sind. Die RGZ-Urteile können mit Hilfe des Acrobat Readers lediglich am Bildschirm gelesen werden. Weitere Bearbeitungsfunktionen stehen für sie nicht zur Verfügung.Abs. 2
Auf dem Datenträger wird die Version 3.01 des Acrobat Readers mitgeliefert. Es handelt sich dabei zwar nicht um die neue Version 4.0, diese ist jedoch kostenlos im Internet bei Acrobat erhältlich.Abs. 3
Die BGHR- und BGHZ-Urteile werden mit dem durch das Setup installierte Programm geöffnet. Die Texte der Entscheidungen beider Sammlungen gehen jeweils alle nahtlos ineinander über, so daß dem Nutzer damit die Möglichkeit geboten wird, die gesamte Entscheidungssammlung ohne größeren Aufwand durchzublättern. Das Programm unterstützt jedoch noch weitere Funktionen, mit denen man nach einer genauen Fundstelle, nach Wörtern bzw. Wortfragmenten oder nach Zahlen suchen kann. Zum einen ist es möglich, durch das Inhaltsverzeichnis der Datenbank zu blättern. Dort ist jeder Band, aus dem ein Urteil übernommen wurde, aufgeführt und in verschiedene Ebenen untergliedert. Diese Ebenen können jeweils einen Auszug aus dem Leitsatz und der Normenkette, sowie den Kolumnentitel der gedruckten Sammlung beinhalten. Dies erleichtert die gezielte Suche nach der Anfangsseite einer Fundstelle und die übersichtliche Auswertung bisher gefundener Rechercheergebnisse.Abs. 4
Des weiteren besteht die Option, die Datenbank über drei verschiedene Eingabemasken zu durchsuchen. Eine ganz allgemeine Suchmaske erlaubt eine Recherche über die Eingabe von Stichwörtern und Zahlen. Hierbei findet ein schlichter Zeichenvergleich statt, was bedeutet, daß das gesuchte Wort exakt in dieser Schreibweise im Text vorkommen muß. Die Suche wird aber dadurch erleichtert, daß der Nutzer auch mehrere Begriffe kumulativ bzw. alternativ oder nur als Wortfragmente eingeben kann.Abs. 5
Mit einer weiteren speziell auf die Sammlung angepaßten Suchmaske kann gezielt nach einer Fundstelle gesucht werden, indem dort der gesuchte Band und die dazugehörige gesuchte Seite der Entscheidung eingetragen wird. Die dritte Suchmaske ermöglicht eine Recherche nach Aktenzeichen, Datum und Suchbegriff. Gefundene Textstellen kann der Nutzer schließlich individuell bearbeiten. Hierzu wird eine sogenannte "Schattendatei" auf der Festplatte angelegt und abgespeichert, die bei einem späteren Aufruf des Programms wieder geladen werden muß, will man damit weiterarbeiten. In einer solchen Schattendatei werden Notizen, Popups und Highlighter festgehalten. Eine Notiz ist hier eine persönliche Anmerkung zu einem Textabsatz. Später kann die Suche auf diese Notiz beschränkt werden. Möchte man zu einem Absatz jedoch mehrere Anmerkungen machen, geschieht dies über die Erstellung eines bzw. mehrerer Popup-Fenster. Weiterhin können Textpassagen mit Hilfe des Highlighterbefehls individuell formatiert werden. Das ist nicht nur auf die farbige Hinterlegung eines Absatzes beschränkt, sondern umfaßt sogar die Änderung der Schriftart, Schriftgröße und Schriftfarbe.Abs. 6
Letztendlich besteht zudem noch die Möglichkeit, ähnlich wie bei einer gedruckten Ausgabe, an Textpassagen Lesezeichen anzubringen, um diese später schneller aufzufinden. Alle vorgenommenen Modifikationen können auch bei einem Ausdruck des Textes sichtbar gemacht werden.Abs. 7
Erwähnenswert ist noch die in der Datenbank befindliche Inhaltsübersicht des Lehrbuches. In dieser Gliederung werden alle vorhandenen Entscheidungen mit einer Verknüpfung zu den entsprechenden Dokumenten aufgeführt. Das erleichtert die Navigation und trägt sehr zur Übersichtlichkeit der Datenbank bei.Abs. 8
Die oben genannten Funktionen werden im Booklet der CD-ROM genauer beschrieben und erklärt. Einiges erscheint auf den ersten Blick etwas verwirrend, z.B. daß im Menü "Abfrage" ein Befehl "Fundstelle suchen" vorhanden sein soll, welcher dort aber als "Seite aufschlagen" bezeichnet wird. Das meiste erschließt sich dem Nutzer jedoch beim intensiven Gebrauch der Datenbank. Allerdings gibt es auch einige Befehle, die weder im Booklet noch in der Hilfe-Datei des Programmes ausführlicher erklärt werden und umgekehrt gibt es in der Hilfe-Datei Befehlserklärungen, die sich aber so nicht im Programm wiederfinden. Eine dahingehende Verbesserung bei einer der nächsten Ausgaben der CD-ROM wäre wünschenswert. Angenehm wäre auch eine genauere Kennzeichnung der verschiedenen Suchmasken in der Toolbar. Dort befinden sich drei für die Suche vorgesehenen Buttons mit den Bezeichnungen "Suche", "Suche 1" und "Suche 2". Eine genauere Bezeichnung könnte z.B. durch einen Tooltip erfolgen. Ansonsten befindet sich noch im Menü "Ansicht" ein kleiner Schreibfehler, der zwar nicht gravierend ist, aber dennoch etwas störend wirkt.Abs. 9
Praktisch ist aber die Möglichkeit, die Werkzeugleiste jeweils dem eigenen Geschmack anzupassen, was sinnvoll ist, da jeder Nutzer eine eigene Vorgehensweise bei der Recherche hat. Somit kann man Buttons, die man selbst weniger braucht, durch häufiger benötigte ersetzen. Ebenfalls sehr nützlich sind die Funktionen des Highlighters, der Notizen und der Popups, die die Arbeit mit dem Text am Bildschirm wesentlich erleichtern.Abs. 10
Besonders gut gelungen sind die verschiedenen Suchmöglichkeiten. Sie führen meistens auch in den Fällen, in denen man sich nur noch an Teile aus dem Urteil erinnern kann, zu guten Ergebnissen.Abs. 11
Zusammenfassend kann man sagen, daß es sich bei dieser Datenbank, obwohl sie einige kleinere Schwächen aufweist und sich einem PC-Neuling nicht unbedingt intuitiv erschließt, um eine wirklich nützliche und hilfreiche Ergänzung zum Lehrbuch handelt. Es ist zu hoffen, daß dies nicht die letzte Edition war und die nächsten Ausgaben auch die Möglichkeit beinhalten, RGZ-Entscheidungen nicht nur zu lesen, sondern auch zu bearbeiten.
JurPC Web-Dok.
16/2000, Abs. 12
* Sonja Hampel studiert Rechtswissenschaften im 9. Semester, 2 Semester davon Auslandsstudium in Norwich/UK. Sie ist wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes
[online seit: 20.03.2000]
Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.

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