JurPC Web-Dok. 4/2000 - DOI 10.7328/jurpcb/200015343

Christof Kerwer *

Rezension: DER BETRIEB auf CD-ROM

JurPC Web-Dok. 4/2000, Abs. 1 - 23


Autorenprofil
DER BETRIEB auf CD-ROM
  • Volltext CD-ROM
  • Edition I/99
  • 1989 – 1. Halbjahr 1999
  • Verlagsgruppe Handelsblatt
  • ISBN 3-7754-0070-2
  • Erstbezugspreis DM 1.980,- zzgl. Versandkosten
  • Halbjährliche Aktualisierung DM 650,- zzgl. Versandkosten
Die elektronischen Medien greifen auf juristischem Gebiet immer weiter um sich. Insbesondere die CD-ROM hat sich als zeit- und platzsparendes Hilfsmittel bereits einen festen Platz in der täglichen Arbeit des Juristen erkämpft. Was früher mehrere Regalmeter in Anspruch nahm, läßt sich mit ihrer Hilfe heute problemlos in der Sakkotasche transportieren. Die Verlage haben dies seit langem erkannt und bieten Gesetzes- und Entscheidungssammlungen, Fachzeitschriften und sogar Lehrbücher und Kommentare auf CD-ROM an. Auch die Verlagsgruppe Handelsblatt steht hierbei nicht zurück und präsentiert ihre wichtigste juristische Zeitschrift, DER BETRIEB, seit 1992 nicht nur in gedruckter, sondern auch in elektronischer Form. Seit kurzem liegt nun die Edition I/99 vor, die im folgenden vorgestellt werden soll.JurPC Web-Dok.
4/2000, Abs. 1

Systemvoraussetzungen und Installation

Die Erfüllung der Systemanforderungen dürfte nach heutigem Standard kein Problem sein. DER BETRIEB auf CD-ROM kann sowohl in einer 32-Bit-Version als auch in einer 16-Bit-Version genutzt werden. Die Verwendung der 32-Bit-Version setzt voraus, daß ein Rechner mit 80486 Prozessor, 16 MB Hauptspeicher und 10 MB freiem Festplattenplatz verfügbar ist, auf dem Windows 95, Windows 98 oder Windows NT (ab Version 3.51) installiert ist. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann sich mit der 16-Bit-Version begnügen. Für deren Nutzung genügt ein Rechner mit 80386 Prozessor, 4 MB Hauptspeicher, 2 MB freiem Festplattenplatz und MS-Windows ab Version 3.1. Die folgende Darstellung beruht auf einem Test der 32-Bit-Version.Abs. 2
Die Installation der CD-ROM unter Windows 95/98 bzw. Windows NT erfolgt über den Startbutton "Ausführen" und verläuft im Test problemlos. Die Programmdateien, die auf die Festplatte kopiert werden, nehmen 10 MB Speicherplatz in Anspruch (bei der 16-Bit-Version: 2 MB). Eine Installation der kompletten CD-ROM samt Datenbestand (ca. 517 MB), die angesichts heutiger Festplattenkapazitäten immerhin denkbar wäre, wird vom Installationsprogramm nicht angeboten. Auf Wunsch wird bei der Installation eine Verknüpfung auf dem Desktop eingerichtet. Im Lieferumfang enthalten ist auch ein Deinstallationsprogramm, mit dem die Anwendung von der Festplatte und aus der Systemumgebung gelöscht werden kann.Abs. 3

Inhalt der CD-ROM

Inhaltlich bietet die CD-ROM praktisch dasselbe, was in der gedruckten Ausgabe der DB enthalten ist. Zur Verfügung stehen alle Aufsätze, Entscheidungen, Hinweise und relevanten Beilagen der Zeitschrift. Der Datenbestand umfaßt die Ausgaben von Heft 1/89 bis Heft 26/99 im Volltext. Seine übersichtliche Einteilung orientiert sich an der gedruckten Ausgabe und kennt demnach die Bereiche Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht sowie Arbeits- und Sozialrecht. Den Zugang zu den Daten erschließen neben der Volltextsuche ein kumuliertes Stichwortverzeichnis aller seit 1989 enthaltenen Jahrgänge, ein Entscheidungsregister und ein Verfasserverzeichnis.Abs. 4
Die CD-ROM verfügt außerdem über die Register ab 1980, mit deren Hilfe sich die gedruckten DB-Ausgaben erschließen lassen. Für die Jahrgänge 1980-1988 fungiert die CD-ROM damit gleichsam als elektronischer Fundstellennachweis. Dieser zusätzliche Service ist grundsätzlich zu begrüßen, jedoch wird sein Nutzen dadurch eingeschränkt, daß die Register für diese Jahrgänge lediglich jahrgangsweise sortiert sind und nicht als kumuliertes Verzeichnis zur Verfügung stehen. Dies wirkt sich jedenfalls dann nachteilig aus, wenn man wie in der gedruckten Ausgabe im Stichwortverzeichnis "blättern" will. Hier sieht man sich gezwungen, die Register für die verschiedenen Jahrgänge einzeln durchzusehen. Dies könnte für künftige Ausgaben mit einem relativ geringen Aufwand verbessert werden, sofern die Jahrgänge 1980-1988 nicht ohnehin im Volltext erfaßt werden sollen. Die Jahrgänge vor 1980 sind auf der CD-ROM nicht berücksichtigt.Abs. 5
Ein wesentlicher Vorteil des elektronischen Mediums gegenüber der gedruckten Ausgabe der DB liegt in der Möglichkeit einer Volltextrecherche, mit der man Suchbegriffe und Kombinationen von Suchbegriffen im Volltext aller dokumentierten Jahrgänge suchen kann. Da daneben wie in der Printausgabe ein normales Stichwortverzeichnis vorhanden ist, hat man für die Jahrgänge 1989-1999 die Wahl, mit welcher Strategie man seine Suche durchführen will. Aber auch wenn man sich dabei für den Gebrauch des herkömmlichen Stichwortverzeichnisses entscheidet, hat man deutliche Vorteile gegenüber der gedruckten Ausgabe, denn die Hypertextaufbereitung erlaubt es, nach der Suche im Stichwortregister per Mausklick unmittelbar die gefundenen Dokumente aufzurufen und auf diese Weise zeitsparend zu arbeiten. Das funktioniert allerdings nur, wenn man das kumulierte Register benutzt. Ruft man die Register der Jahrgänge 1989-1999 dagegen jahrgangsweise auf, was ebenfalls möglich ist, so kann man nicht direkt zu den Dokumenten "springen", da diese Register keine Hypertext-Querverweise enthalten.Abs. 6

Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich gestaltet und erlaubt es auch dem nicht sonderlich versierten Anwender, relativ schnell mit der CD-ROM zurecht zu kommen:Abs. 7
Die Bedienung erfolgt über Icons und Registerkarten, die den Umweg über die Menüleiste für die normale Recherche weitgehend überflüssig machen. Die Registerkarten dienen dazu, unterschiedliche Sichten auf die Datenbank zu gewähren und schnell und problemlos zwischen diesen hin und her wechseln zu können. So kann man sich nach einer durchgeführten Suche über die Karte "Suchergebnis" die Liste der gefundenen Dokumente ansehen. Wechselt man von dort zur Karte "Struktur", so erkennt man die Struktur der Datenbank und kann ablesen, wie sich die gefundenen Dokumente in diese Struktur einfügen. Gibt man z.B. den Suchbegriff "Quotenregelung" ein, so werden insgesamt 23 Dokumente gefunden; die Registerkarte "Struktur" informiert darüber, daß sich unter diesen 23 Dokumenten ein steuerlicher Hinweis, ein wirtschaftsrechtlicher Aufsatz, acht arbeitsrechtliche Aufsätze und dreizehn arbeitsrechtliche Entscheidungen befinden. Sodann kann man sich mit Hilfe der Symbole + und - in den Gliederungsebenen nach unten bis in die Gliederungen der einzelnen Dokumente bewegen. Auf diese Weise erfährt man etwa, ohne das Dokument selbst öffnen zu müssen, daß sich der Suchbegriff "Quotenregelung" in dem Aufsatz von Tödtmann "Der Einfluß des EuGH auf die Gleichstellung von Mann und Frau (DB 1998, 2322) unter II. Der Einfluß des EuGH, 3. Umgekehrte Diskriminierung, findet. Dies kann es dem Nutzer erleichtern, die Relevanz des gefundenen Dokuments für die eigene Suche zu beurteilen.Abs. 8
Die Registerkarte "Dokument" ermöglicht den Einblick in das einzelne Dokument; sie enthält den jeweiligen Volltext, den man allerdings auch einfach von der Ergebnisliste aus durch Doppelklick öffnen kann. Die Registerkarte "Navigation" stellt gewissermaßen eine Kombination der Karten "Struktur" und "Dokument" dar. Sie zeigt in einem geteilten Fenster sowohl die Dokumentansicht als auch die jeweilige Struktur an. Dies führt allerdings dazu, daß der Bildschirm etwas überladen wirkt und die Übersicht über die Struktur nur unvollständig zu sehen ist. Die Registerkarte "Grafik" letztlich erlaubt es, sich Grafiken aus dem jeweiligen Dokument anzeigen zu lassen und deren Größe auf dem Bildschirm zu verändern. Beim Ausprobieren dieser Funktion bleibt nicht verborgen, daß die (Bild-)Qualität der eingescannten Grafiken, insbesondere aus den älteren Jahrgängen, teilweise sehr zu wünschen übrig läßt.Abs. 9

Suche

Für die Suche bietet die CD-ROM folgende (Standard-)Suchmaske an:Abs. 10
Es kann gesucht werden nach den gängigen Kriterien Text, Autor, Fundstelle, Aktenzeichen, Datum der Entscheidung, Instanz. Mit der ungewöhnlichen Bezeichnung "Instanz" soll wohl der Tatsache Rechnung getragen werden, daß hier nicht nur nach Gerichten, sondern auch nach Behörden, z.B. als Urheber ministerieller Erlasse, gesucht werden kann. Hilfe bei der Suche erhält man dadurch, daß in einem sog. "Wortindexfenster" die Begriffe angezeigt werden, die nach dem gewählten Suchfeld recherchierbar sind. So bekommt man etwa, sobald man in das Suchfeld "Autor" klickt, im Wortindexfenster eine alphabetisch sortierte Liste der Autorennamen. Beginnt man, den Namen des gesuchten Autors in das Suchfeld einzutragen, werden im Wortindexfenster die Begriffe angeboten, die mit den bereits eingegebenen Buchstaben beginnen. Wird der richtige Begriff angezeigt, so kann man ihn per Doppelklick in das Suchfeld übernehmen. Das kann nicht nur Schreibarbeit sparen, sondern insbesondere auch helfen, wenn man sich über die genaue Schreibweise des Namens nicht im Klaren ist.Abs. 11
Sucht man ein Wort im Text, so wird mangels näherer Eingrenzung im Volltext aller Aufsätze, Entscheidungen, Hinweise und Beilagen gesucht. Hilfreich ist, daß man die Suche auf eine oder mehrere der Rubriken "Betriebswirtschaft", "Steuerrecht", "Wirtschaftsrecht" und "Arbeitsrecht" begrenzen kann. Hier entfaltet die klare Einteilung in der gedruckten Ausgabe der DB auch auf der CD-ROM positive Wirkungen. Weitere Eingrenzungen bei der Suche sind dadurch möglich, daß man vor der Suche auf der Registerkarte "Struktur" einzelne Zweige der Gliederungsstruktur markiert und seine Suche darauf beschränkt. So ist es etwa möglich, eine Suche allein im Zweig "Arbeitsrechtliche Aufsätze" durchzuführen. Etwas komplizierter wird es dagegen, wenn man in der nicht näher eingegrenzten Rechtsprechung oder Literatur suchen will. Hier steht - soweit ersichtlich - kein einfacher Zugriff auf die gesamte dokumentierte Rechtsprechung bzw. Literatur zur Verfügung. Vielmehr muß man, wenn man in der Rechtsprechung sämtlicher Gerichtszweige nach Entscheidungen mit einem bestimmten Begriff suchen möchte, in der Gliederungsstruktur die Zweige "Steuerrechtliche Entscheidungen", "Wirtschaftsrechtliche Entscheidungen" und "Arbeitsrechtliche Entscheidungen" einzeln markieren, bevor man die Suche startet.Abs. 12
Innerhalb der einzelnen Suchfelder können mehrere Suchbegriffe mit den Operatoren "und", "oder", "nicht" verknüpft werden. Die verschiedenen Suchfelder sind dagegen in der Standardsuchmaske stets mit "und" verknüpft. Will man auch diese mit "oder" bzw. "nicht" verknüpfen, so muß man den Umweg über die Menüleiste und die dort angebotene "Erweiterte Suche" antreten, die in ihrer Handhabung wesentlich weniger nutzerfreundlich als die Standardsuche ist. Hier bedarf zumindest der nicht so versierte Anwender der Unterstützung durch die integrierte Hilfefunktion, bis er die von ihm gewünschte Verknüpfung hergestellt hat.Abs. 13
Der Einsatz von * bzw. ? erlaubt die Suche nach Wörtern des gleichen Wortstamms, wobei ? für genau ein Zeichen und * für beliebig viele Zeichen steht. Die Wortstammsuche ist wichtig, weil das Programm sonst nur nach dem Suchbegriff in seiner genau eingegebenen Form sucht. So führt zum Beispiel die Suche nach dem Begriff "Ladenschlußgesetz" nicht zu der in DB 1989, 1419, abgedruckten Presseinformation über die (wichtige) BAG-Entscheidung vom 27.06.1989, die den Begriff zwar mehrfach im Genitiv ("Ladenschlußgesetzes"), nicht aber im Nominativ enthält. Vor derartig verfälschten Suchergebnissen kann nur die Wortstammsuche schützen.Abs. 14
Nicht optimal ist, daß es bei der Suche keine Verknüpfung mit synonymen Begriffen gibt. So findet man die 52 Entscheidungen des Kammergerichts nur dann, wenn man als Instanz "Kammergericht" eingibt, nicht aber wenn man sich auf die übliche Abkürzung "KG" beschränkt. Dieser Kritikpunkt gewinnt dadurch an Gewicht, daß auch bei intensivem Nachforschen nicht klar wird, wann eine Gerichtsbezeichnung auszuschreiben und wann sie abzukürzen ist. So findet sich etwa das Sozialgericht Düsseldorf nur dann, wenn man die vollständige Bezeichnung benutzt, während die Suche nach "SG Düsseldorf" oder "SozG Düsseldorf" keine Treffer ergibt. Anders verhält es sich beim Sozialgericht Berlin. Dort hat man allein mit der Suche nach "SozG Berlin" Erfolg, während man mit der ausgeschriebenen Bezeichnung scheitert. Wenig einleuchtend ist ferner, daß die Bezeichnung der Amtsgerichte regelmäßig auszuschreiben, die der Finanzgerichte dagegen mit "FG" abzukürzen ist. Ein System war dem Verfasser nicht erkennbar. Dieses Manko wird lediglich dadurch etwas abgeschwächt, daß im "Wortindexfenster" die recherchierbaren Begriffe, die mit den bereits eingegebenen Buchstaben beginnen, angezeigt werden. So erscheint z.B. bereits bei der Eingabe eines "k" der Begriff "Kammergericht" im Indexfenster und kann per Doppelklick in das Suchfeld übernommen werden kann. Dies ändert jedoch nichts daran, daß das Chaos bei den Gerichtsbezeichnungen umgehend beseitigt werden sollte. Wünschenswert wäre, daß bei der Suche sowohl die ausgeschriebene Bezeichnung als auch die gängigen Abkürzungen akzeptiert werden.Abs. 15

Anzeige der Dokumente

Nachdem eine Suche durchgeführt worden ist, erhält man das Suchergebnis angezeigt und kann über die Registerkarten in die verschiedenen Ansichten wechseln. Praktisch ist, daß die Überschriften bzw. Gliederungsebenen des momentan recherchierten Dokumentes in sog. "Referenzzeilen" (in den Ansichten "Navigation" und "Dokument") angezeigt werden. So weiß man stets, wo man sich in der Gliederung des Dokuments gerade befindet. Nutzerfreundlich ist auch, daß man mit Hilfe der Icons sehr einfach von einem der gefundenen Dokumente zum nächsten bzw. zum vorherigen Dokument "springen" kann. Innerhalb der Dokumente ist es per Mausklick möglich, sich von einem "Treffer", d.h. von einem der gesuchten Begriffe, zum nächsten bzw. zum vorherigen zu bewegen. Die Suchbegriffe sind in den Dokumenten farblich hervorgehoben und fallen daher auch dann ins Auge, wenn einfach im Text geblättert wird. Ebenfalls mit Hilfe der Icons kann man in der Suchhistorie zurück und wieder vorwärts gehen und sich auf diese Weise die bereits aufgerufenen Dokumente und Suchschritte erneut anzeigen lassen.Abs. 16
Eine besondere Stärke des elektronischen Mediums stellen die Hypertext-Querverweise dar, denen man durch einfachen Mausklick nachgehen kann. Solche Querverweise finden sich auf der DB-CD-ROM vor allem dort, wo andere DB-Dokumente (aus den Jahrgängen 1989-1999) zitiert werden. Ein Druck auf die Maustaste führt den Nutzer problemlos zu dem zitierten Dokument, das er sich im Volltext ansehen kann. Ebenso kann man per Mausklick auf eine Fußnote den dazugehörigen Fußnotentext aufrufen. In diesem Fall öffnet sich ein Popup-Fenster, das den jeweiligen Fußnotentext enthält. Soweit dieser wiederum Querverweise auf andere DB-Dokumente beinhaltet, können auch diese direkt aufgerufen werden.Abs. 17
Die DB-CD-ROM offenbart bei der Durchsicht der Dokumente allerdings auch einen deutlichen Nachteil gegenüber der gedruckten Ausgabe der Zeitschrift. Sieht man von den (relativ wenigen) Dokumenten aus dem Jahr 1999 ab, so stellt man nämlich fest, daß die Seitenwechsel der gedruckten Ausgabe auf dem elektronischen Medium nicht angezeigt werden. Man erfährt zwar, daß der gesuchte Aufsatz in der Printversion der Zeitschrift auf den Seiten 678-683 abgedruckt ist, man erkennt aber nicht, auf welcher Seite man sich gerade befindet. Die Verwendung der CD-ROM allein erlaubt es daher nicht, die gedruckte Ausgabe seitengenau zu zitieren. Der Nutzer kann die betreffende Stelle nur durch Angabe der Gliederungspunkte ("unter II. 3.") näher bezeichnen. Da die Zitierung nach Seitenzahlen aber nach wie vor üblich ist, sollten die Seitenwechsel in künftigen Editionen auch für die Jahrgänge vor 1999 kenntlich gemacht werden.Abs. 18

Exportieren und Drucken

Ein weiterer Vorteil der elektronischen Version einer juristischen Zeitschrift liegt darin, daß Dokumente oder einzelne Textpassagen direkt in die eigene Textverarbeitung übernommen werden können. Bei der vorliegenden DB-CD-ROM bestehen dafür verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können einzelne Textpassagen in die Zwischenablage kopiert und sodann in die eigene Textverarbeitung eingefügt werden; zum anderen können ganze Dokumente im TXT- bzw. im RTF-Format exportiert werden. Kopiert man einzelne Passagen in die Zwischenablage, so werden die Zeilenumbrüche nicht übernommen, so daß sie auch nicht von Hand gelöscht werden müssen. Was bei dieser Variante allerdings manuell beseitigt werden muß, sind (bei Dokumenten aus dem Jahrgang 1999) die Seitenzahlen, die im Text erscheinen, wenn die kopierte Passage sich über einen Seitenwechsel hinweg erstreckt. Außerdem verlieren die Dokumente beim Kopieren in die Zwischenablage sowie beim Exportieren im TXT-Format ihre Textauszeichnungsattribute. Will man das nicht, sondern will man etwa, daß der Fett- oder Kursivdruck im Dokument mit übernommen wird, dann muß man im RTF-Format exportieren, was über das Menü problemlos möglich ist. Ebenso einfach lassen sich die Dokumente ausdrucken. Die Ergebnisse, die man dabei erzielt, können sich sehen lassen. Die ausgedruckten Seiten haben ein ansprechendes Layout und enthalten in Kopf- und Fußzeile grundsätzlich die nötigen Informationen, um das Dokument später zitieren zu können. Die Dokumente aus dem Jahrgang 1999 lassen auch die genauen Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe der DB erkennen.Abs. 19

Benutzerinformation und Hilfe

Gemeinsam mit der CD-ROM wird ein "Kurzhandbuch" mitgeliefert, das insgesamt 32 Seiten umfaßt und die Handhabung der CD-ROM auch für den Laien verständlich erklärt. Es werden jedoch nicht sämtliche Möglichkeiten der Software (Folio Views), sondern nur die für die tägliche Nutzung der CD-ROM nötigen Funktionen erläutert. So enthält die Software etwa neben der ausführlich dargestellten DB-Suchmaske zwei weitere Suchmodi ("Suche", "Erweiterte Suche"), die im "Kurzhandbuch" nicht zur Sprache kommen. Zu ihrer Erläuterung muß man auf die integrierte Hilfefunktion zurückgreifen, die umfangreiche Informationen bereithält. Kurzhandbuch und integrierte Hilfe werden ergänzt durch die telefonische Unterstützung über eine "Hotline".Abs. 20

Aktualisierung

Zur Sicherung der Aktualität der CD-ROM ist ein halbjährliches Update vorgesehen. Dieser Rhythmus dürfte für Zeitschriften üblich und wohl auch ausreichend sein.Abs. 21

Preis

Der Preis für den Erstbezug von "DER BETRIEB auf CD-ROM" liegt mit 1980 DM - insbesondere auch im Vergleich zu anderen juristischen Zeitschriften auf CD-ROM - recht hoch. Dasselbe gilt für die Kosten des halbjährlichen Updates, die mit 650 DM den Preis bei ähnlichen CD-ROMs teilweise deutlich übertreffen. Wem das zuviel ist, der hat auch die Möglichkeit, Teilausgaben der CD-ROM zu erwerben. Der Verlag bietet sowohl eine Teilausgabe "Steuerrecht" als auch eine Teilausgabe "Arbeitsrecht" an. Der Preis beträgt jeweils 780 DM für den Erstbezug und 320 DM für die halbjährliche Aktualisierung. Schließlich kann auch eine Registerausgabe der CD-ROM erworben werden. Diese enthält lediglich die Stichwortverzeichnisse, Entscheidungsregister und Verfasserverzeichnisse, die auf der Gesamtausgabe verfügbar sind. Sie kostet 198 DM im Erstbezug und 65 DM für das halbjährliche Update.Abs. 22

Fazit

Will man ein Fazit ziehen, so fällt das Gesamturteil positiv aus. Insbesondere die komfortable Benutzeroberfläche, die gute Hypertextaufbereitung und die überzeugenden Ergebnisse beim Exportieren und Drucken der Dokumente machen die CD-ROM für den juristischen "Normalverbraucher" zu einem nützlichen und einfach zu handhabenden Hilfsmittel der täglichen Arbeit. Einen Wermutstropfen bildet allerdings der recht hohe Preis. Wer knapp 2000 DM für eine CD-ROM ausgibt, muß erwarten können, daß die CD-ROM auch im Detail mit großer Sorgfalt bearbeitet ist. Angesichts dessen fallen auch die kleineren Mängel, die oben angesprochen worden sind (kein erkennbares System bei den Gerichtsbezeichnungen, keine seitengenaue Zitierung, etc.), durchaus ins Gewicht.
JurPC Web-Dok.
4/2000, Abs. 23
* Dr. Christof Kerwer ist Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Prozeß- und Arbeitsrecht sowie Bürgerliches Recht an der Universität des Saarlandes (Professor Dr. Stephan Weth)
[online seit: 27.03.2000]
Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.

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