JurPC Web-Dok. 148/1998 - DOI 10.7328/jurpcb/1998139144

Franz-Josef Kockler *

Rezension FamRZ-CD-ROM

JurPC Web-Dok. 148/1998, Abs. 1 - 23


Autorenprofil

FamRZ-CD-ROM

- 7. aktualisierte Version (1998) neu unter Windows -
  • Rechtsprechungsdatenbank 1986-1997
  • Literaturdatenbank 1976-1997
  • Synonymdatenbank

4. aktualisierte Version
© Verlag Ernst und Werner Gieseking, 1998
ISBN 3-7694-0453-X
Preise: Grundwerk: 698 DM / Update: 298 DM
Schon seit längerer Zeit war sie angekündigt. Jetzt ist sie erschienen: die Windows-Version der FamRZ-CD-ROM. Während die Vorauflagen der CD-ROM Recherchen nur über die zwischenzeitlich kaum noch marktgängige MS-DOS-Oberfläche ermöglichten, ist der Datenträger nunmehr in der 7. Version - 1998 - im Windows-Format erhältlich. Der Verlag trägt damit den Verbraucherwünschen Rechnung und präsentiert die Software mit der im PC-Bereich mittlerweile üblich gewordenen grafischen Oberfläche. Die neue FamRZ-CD-ROM entspricht mit der windows-spezifischen „Fenster-Technik" und den durch die Windows Oberfläche eröffneten weiteren Möglichkeiten (etwa: Datentransfer, Hypertext-Links, Hilfesystem) den Strukturen bereits auf dem Markt befindlicher Datenbanken. Sie fügt sich damit nahtlos in die gewohnte „PC-Umgebung" ein und erspart dem Nutzer den bislang erforderlichen „Systemwechsel" in der Handhabung.JurPC Web-Dok.
148/1998, Abs. 1

Installation

Der Einsatz der FamRZ-CD-ROM setzt einen PC mit CD-ROM-Laufwerk voraus, der mindestens einem 486er oder einem Pentium-Prozessor ausgestattet ist und über jedenfalls 8 MB freie Festplattenkapazität verfügen sollte. Abs. 2
Der zutreffend als „WINDOWS-üblich" bezeichnete Installationsvorgang wird in der mitgelieferten Broschüre näher beschrieben. Die in diesem Zusammenhang gegebenen Hinweise auf den „Programm-Manager" und das Menü „Datei ausführen" richten sich jedoch in dieser Form nur an den noch nicht mit Windows-95 oder Windows-98 arbeitenden Nutzer. Unter Windows 95 erfolgt der Aufruf des installierenden Setup-Programms über die Icons „Start", „Ausführen" , „CD-ROM-Laufwerk\Setup.exe".Abs. 3
Das Setup-Programm bietet zwei Nutzungsmöglichkeiten Möglichkeiten zur Auswahl an:
  • Voreingestellt ist die Nutzung des Datenbestandes von der CD-ROM aus. In diesem Fall belegt die Installation der Recherchesoftware eine Kapazität von 3.560 kB auf der Festplatte.
  • Bei wahlweise möglicher - in Anbetracht heute üblicher Festplattenkapazitäten durchaus erwägenswerter - Installation des gesamten Datenbestandes auf der Festplatte wird eine Kapazität von 236.932 kB benötigt.
Abs. 4
Das Setup-Programm erzeugt ein Programmsymbol in eigenem Fenster; unter Windows 95 wird das Icon „FamRZ" im Menü „Start" / „Programme" generiert.
Für weitere Auflagen sollte erwogen werden, auch ein - heutigem Standard entsprechendes - De-Installationsprogramm mitzuliefern.
Abs. 5

Inhalt

Die Nutzungsmöglichkeiten sind nach Jahrgängen differenziert, wobei das Jahr 1993 eine qualitative „Schnittstelle" hinsichtlich des Inhalts der CD-ROM bildet. Beginnend mit diesem Jahrgang sind - was die Güte des Datenträgers entscheidend auszeichnet - bis einschließlich Jahrgang 1997 alle in der FamRZ publizierten Texte im Volltext aufgenommen.Abs. 6
Für frühere Jahrgänge besitzt die CD-ROM die Funktionalität einer „Nachweisdatenbank", wobei die Rechtsprechungsdatenbank die seit 1986 veröffentlichten Entscheidungen und die Literaturdatenbank darüber hinausgehend alle seit 1976 erschienen Abhandlungen und Dokumentationen erschließt. Bis einschließlich Jahrgang 1992 sind die veröffentlichten Entscheidungen mit den Merkmalen „Gericht", „Verkündungsdatum", „Aktenzeichen", „maßgebliche gesetzliche Vorschriften", dem Text der vorangestellten Leitsätze und der Fundstelle erfaßt. Die Literaturdatenbank weist die nicht im Volltext erfaßten Dokumente mit den Merkmalen „Autor", „Titel" und „Fundstelle" aus.Abs. 7
Gerade weil die Qualität der hier besprochenen CD-ROM darin begründet ist, daß auf ihr nicht nur Rechtsprechung, sondern auch Literatur und Dokumentationen (etwa: Düsseldorfer Tabelle, Gesetzgebungsdokumentation) erfaßt sind und der Datenträger - namentlich ab Jahrgang 1993 - einen raschen und umfassenden Zugriff auf das gesamte Familienrecht bietet, ist zu wünschen, daß der Verlag in nachfolgenden Auflagen sukzessive auch die früheren Jahrgänge im Volltext erschließt. Abs. 8

Oberfläche

Das Programm „startet" mit folgender Suchmaske:Abs. 9
Voreingestellt ist die Suche sowohl in der Rechtsprechungs- als auch in der Literaturdatenbank. Mit Mausklick kann jedoch auch eine separate Suche in jeder der beiden Datenbanken angesteuert werden. Die Suchfelder entsprechen dem heute für juristische Datenbanken üblichen Standard. Bei separater Suche in der Literaturdatenbank sind die rechtsprechungsspezifischen Suchfelder ausgeblendet. Abs. 10
Neben der Rechtsprechungs- und Literaturdatenbank wird - auch im Untertitel der CD-ROM - als dritte Datenbank eine Synonymdatenbank aufgeführt. Über diese Datenbank werden für Begriffe, die im Suchfeld Volltext eingegeben werden, ggf. sinn- und sachverwandte Begriffe nachgewiesen.
Wird beispielsweise im Zusammenhang mit der Anwendung der unterhaltsrechtlichen Härteklausel - § 1579 Nr. 6, 7 BGB - nach einem „Bratkartoffelverhältnis" recherchiert, erscheint bei Anklicken nach Eingabe des trunkierten Begriffs „Bratkartoffel*" in das Suchfeld „Volltext" und Anklicken der in diesem Fall aktivierten Schaltfläche „Synonyme" ein eigenes Fenster, in welchem - gegebenenfalls - Synonyma oder Synonymgruppen zu dem eingegebenen Suchbegriff nachgewiesen werden.
Im Beispielsfall findet der Anwender folgende Fenster vor:
Abs. 11
Durch Klick auf die Schaltfläche „Übernehmen" können die Begriffe in die Suche übernommen werden. Die Synonyma sind mit dem Suchbegriff sowie untereinander durch die Suchfunktion „oder" verknüpft.Abs. 12
Die meisten der übrigen Suchfelder werden durch Indexfenster näher erschlossen. In dem Indexfenster kann der gesuchte Begriff in eine Kopfzeile eingegeben werden. Durch fortlaufende Eingabe der Zeichen gelangt man zu dem indizierten Begriff, bzw. kann - wie es in der Broschüre heißt - feststellen, daß der Begriff „in diesem Index nicht existiert". Abs. 13
Im Bereich der Indexfelder besteht m.E. noch Nachbesserungsbedarf.
Die Verknüpfung zu Synonyma sollte auch auf die Indexfelder ausgedehnt bzw. weiter vervollständigt werden. Bislang jedenfalls ist dies nur in Teilbereichen zufriedenstellend geschehen. Während etwa - über eine ersichtlich aktivierte Verknüpfung - bei Eingabe des Suchbegriffs „Rpfl" im Fundstellenindex die indizierten Fundstellen der Zeitschrift „rpfleger" mit Jahrgang und Seite angegeben und in die Suche übernommen werden können, ist der Nutzer bei anderen Begriffen darauf angewiesen, die (ihm a priori unbekannte) Indizierung exakt zu „treffen".
Sucht man etwa nach dem Aufsatz von Bosch: „Die geplante Neuregelung des Eheschließungsrechts (Teil 1)", FamRZ 1997, 65, so ergibt die bloße Eingabe des Begriffs „Bosch" im Suchfeld „Autor" „0" Treffer, ein Ergebnis, welches bei dem langjährigen Leser der FamRZ geeignet ist, Erstaunen auszulösen. Im Indexfeld findet der Nutzer nach Eingabe von „bosch" drei Suchbegriffe, wobei mit der gesuchte Aufsatz mit den indizierten Suchbegriffen „bosch, f. w." bzw. „bosch, f.w." - der letztgenannte Suchbegriff unterscheidet sich von dem zuvor genannten nur dadurch, daß sich zwischen den Buchstaben „f" und „w" kein Leerzeichen befindet - nicht gefunden werden kann. Einen Treffer „landet" man erst dann, wenn mit dem (der Verfasserangabe im Aufsatz entsprechenden) indizierten Suchbegriff „bosch, friedrich wilhelm" gesucht wird, ferner dann, wenn alle im Indexfeld mit „bosch" beginnenden Einträge durch oder miteinander verbunden werden oder wenn (unter Umgehung der Indexfunktion) in der Hauptsuchmaske trunkiert mit „Bosch*" gesucht wird, eine Handhabung, zu welcher der datenbankerfahrene Nutzer wohl am ehesten neigen dürfte
(NB.: die trunkierte Suche <„Bosch*"> ergibt 46 Treffer).
Abs. 14
Noch schmerzlicher vermißt der Anwender die fehlende Verknüpfung mit synonymen Begriffen bei der Suche nach Gerichten. Sei einigen Jahren führt etwa das Oberlandesgericht in Saarbrücken die amtliche Bezeichnung: „Saarländisches Oberlandesgericht". Sucht der Nutzer nach Maßgabe der korrekten Gerichtsbezeichnung in der Hauptsuchmaske trunkiert mit „Saarländisch*" wird die Trefferzahl „0" angezeigt. Auch im Indexfeld ist kein mit „Saarländisch" beginnender Eintrag nachgewiesen. Fündig wird der Nutzer erst, wenn er gemäß der Terminologie der FamRZ mit „OLG Saarbrücken" sucht. Entsprechend muß für das „Pfälzische Oberlandesgericht" abweichend von der amtlichen Bezeichnung mit „OLG Zweibrücken" und für das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht mit „OLG Schleswig" gesucht werden. Andererseits findet der Anwender die auf der CD-ROM nachgewiesenen 251 Entscheidungen des Kammergerichts nur dann, wenn er mit der „KG" sucht, nicht aber, wenn er im Suchfeld „Gericht" den Begriff „Kammergericht" - sei es auch trunkiert - eingibt.
M.E sollten auch die Indexfelder durch die nützliche und bislang aber nur in Bereich der Volltextsuche zur Verfügung stehende Synonymendatenbank weiter erschlossen werden.
Abs. 15

Dokumentenanzeige

Die gefunden Dokumente werden in einem eigenen Fenster angezeigt und können durch Doppelklick auf das entsprechende Dokument unmittelbar aufgerufen werden.
Die Suche nach den im Jahrgang 1997 dokumentierten Entscheidungen des Pfälzischen Oberlandesgerichts unter „OLG Zweibrücken" zeigt etwa folgende Liste, in der sich der Anwender über den Rollbalken rechts „bewegen" kann:
Abs. 16
Die - zunächst unsortierte - Liste kann in den Rubriken „Buch" (Rechtsprechung / Literatur), „Fundstelle" oder „Titel" alphanumerisch auf- oder absteigend sortiert werden.
Innerhalb des gefundenen Dokuments sind die eingegebenen Suchbegriffe textlich hervorgehoben („gehighlightet"). Zu dem jeweils nächsten hervorgehobenen Suchbegriff gelangt man - abweichend von der sonst üblichen Methode und damit gewöhnungsbedürftig - nicht über die Tabulatortaste sondern durch Betätigung der Leertaste.
Abs. 17
Neben der Suche über die Suchmaske bietet die CD-ROM auch eine Suche über die Titelverzeichnisse der Rechtsprechungs- bzw. Literaturdatenbank an. Nach Anwahl der entsprechenden Datenbank erscheint in einem Abschnittsfenster - alphanumerisch bzw. in der Rechtsprechungsdatenbank nach Datum (amerikanisches Format) geordnet - die entsprechende Titelliste, aus der das gesuchte Dokument durch Doppelklick aufgerufen werden kann.Abs. 18
Die gefundenen Dokumente können am Bildschirm gelesen werden, wobei man sich mit Hilfe eines Rollbalkens bzw. den Tasten „Bild auf / Bild ab" in üblicher Art durch den Text bewegen kann. Seitenwechsel werden im Dokument angezeigt, so daß ein exaktes Zitieren möglich ist.
Besonders gut gelungen ist die Fußnotenverwaltung:
Enthält ein Dokument - etwa ein Aufsatz - Fußnoten, wird mit einem eigenen Symbol hierauf hingewiesen. Der Klick auf das Symbol öffnet das Fußnotenfenster. Die Fußnoten sind - anwenderfreundlich - verknüpft, d.h. ein Klick auf die hervorgehobene Fußnotenziffer im Text des Hauptdokuments öffnet das Fußnotenfenster und zeigt an erster Position die entsprechende Fußnote.
Abs. 19

Datentransfer

Die gefundenen Dokumente können ausgedruckt oder nach vorheriger Markierung (des gesamten oder eines Teils des Dokuments) in windows-üblicher Weise (Befehl: „Kopieren" oder „Strg-C") in die Windows-Zwischenablage übernommen und aus dieser in andere Anwendungen - namentlich Textverarbeitungen - eingefügt werden.
Zu den einzelnen Dokumenten können eigene Notizen und Anmerkungen gefertigt werden, die bei erneutem Aufruf des Dokuments angezeigt und weiterbearbeitet werden können.
Positiv hervorzuheben ist die (namentlich umfangreiche Recherchen erleichternde) Protokollfunktion, welche alle protokollierten Dokumente in einem separaten Fester auflistet und deren Einzelaufruf ermöglicht.
Abs. 20

Verknüpfungen

Die CD-ROM bietet eine Verweismöglichkeit auf die - gesondert zu erwerbende elektronische Gesetzessammlung „DigiLex" (Grundversion: 64 DM / Update: 32 DM <unverbindliche Preisempfehlung>) an. Nach deren Installation können markierte Gesetzesstellen in Dokumenten der FamRZ-CD-ROM können ggf. durch Mausklick im Wortlaut aufgerufen werden.Abs. 21

Anwenderinformationen und Hilfe

Die CD-ROM wird mit einer 16-seitigen Broschüre ausgeliefert, in der „kurz und bündig" die Nutzung der CD-ROM erläutert wird. Unter Hinweis auf die kontextbezogenen Hilfstexte, die WINDOWS-Hilfstexte bzw. die WINDOWS-Anwenderliteratur und die Methode des „learning by doing" hat der Verlag bewußt auf ein Handbuch verzichtet. Zur Begründung wird darauf verwiesen, meist habe man das Handbuch nicht zu Hand, wenn man vor dem Bildschirm sitze oder man habe keine Zeit, lange darin zu lesen; im übrigen würden Handbücher „erfahrungsgemäß nicht gern benutzt".
Die Hilfefunktion ist - dem Standard windows-orientierter Datenbanken entsprechend - „kontextsensitiv" ausgestaltet: Wird Hilfe benötigt, genügt es, mit der Maus auf das entsprechende Element, z. B. ein Eingabefeld oder eine Auswahlliste zu klicken und sodann dann die Funktionstaste F1 zu drücken. Anschließend erscheint das Hilfesystem mit der entsprechenden Hilfetextseite. Unabhängig hiervon kann - wie in Windows-Programmen allgemein üblich - im „Hilfe-Programm" auch über Suchbegriffe gesucht werden. Die einzelnen Einträge sind per Hypertext miteinander verknüpft.
Zu den Hilfefunktionen des Programms können auch die über ein Icon der Hauptsuchmaske aufrufbaren Abkürzungsverzeichnisse I und II gezählt werden, durch welche namentlich Abkürzungen von Gesetzen und Zeitschriften erschlossen werden. In der Kopfzeile der jeweiligen Anwendungsfenster befindet sich eine „sensitive" Buchstabenleiste, die es ermöglicht, durch Anklicken zu der gesuchten Buchstabengruppe zu „springen".
Neben Anwenderbroschüre Broschüre und integrierter Hilfe wird telefonische Unterstützung über eine „Hotline" angeboten.
Abs. 22

Zusammenfassung:

Mit der 7. Auflage schließt die FamRZ-CD-ROM zu anderen bereits auf dem Markt befindlichen juristischen Datenbanken auf. Auf einer Fachzeitschrift basierend bietet die - nunmehr heutigem Standard entsprechende - CD-ROM für das Spezialgebiet des Familienrechts ein beispielgebend weitreichendes Kompendium an. Dies gilt insbesondere für die im Volltext erfaßten Jahrgänge ab 1993.
Daß einzelne Programmfunktionen (noch nicht) zur vollen Zufriedenheit ausgestaltet sind, vermag den positiven Gesamteindruck der empfehlenswerten CD-ROM nicht zu schmälern. Der computererfahrene Anwender wird die aufgezeigten Probleme - etwa im Bereich der Indexlisten - einstweilen „mit Bordmitteln" durch das vom Verlag im Vorwort der Broschüre berufene „learning by doing" zu lösen wissen. Die weiteren Auflagen - die CD-ROM erscheint jährlich - lassen hinreichenden Raum, den noch offenen Anwenderwünschen - namentlich nach einer Erweiterung des Volltextangebotes auf frühere Jahrgänge - Rechnung zu tragen.
JurPC Web-Dok.
148/1998, Abs. 23
* Dr. Franz-Josef Kockler ist Richter am Oberlandesgericht Saarbrücken.
[online seit: 25.09.98]
Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.

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