(Ort der Handlung:
Studierzimmer eines gewöhnlichen Juristen)
1. Akt: Der Verzweiflung nahe
Habe nun, ach! Weisheit aus Karlsruh‘
zu Rettungsschirm und zu Europa
Durchaus studiert mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!,
Und bin kaum klüger als zuvor,
Wünsch die Zitate nachzulesen,
Auf die das Höchstgericht verwiesen.
Doch ach, wo find ich BVerfGE?
Bedaure, nicht auf dem PC.
2. Akt: Aufruf zur Rettung
Ich wünscht‘, ich könnt‘ die Richter lehren,
Zu besser‘m Zitat sich zu bekehren
Mit Datum, Aktenzeichen, Absatznummer.
Das würd‘ vermeiden manchen Kummer.
Dass Recht erst Recht im Rechtsstaat wird,
Wenn’s ordentlich ist kundgetan,
ist dem Gericht gar wohl bekannt,
Auch Transparenz wird es genannt.
Ihr habt die Bände schnell zur Hand
Im Arbeitszimmer an der Wand.
Macht Euch doch nicht gemein mit Iovi,
der gleiches Recht verwehrte bovi.
Wie’s Richter selbst den Lesern raten.
So sollten sie auch selbst es halten.
Am besten noch mit Hyperlink,
Dann ginge es besonders flink.
Drum auf, ihr Richter, macht Euch dran,
Zitiert in Eurem roten Glanz
Die früh‘re Weisheit voll und ganz,
So dass man rasch sie finden kann.
3. Akt: Der Weg ans Licht – Die Erlösung
Zum Schluss mach ich ein‘n neu‘n Versuch:
Herauf, herab und kreuz und quer
Bewegt der Cursor sich umher,
Und siehe da, vorbei der Fluch:
Welch Glück, ich habe was gefunden,
Das hilft zu sparen manche Stunden:
www.verfassungsrecht.ch, aus Bern
Mit Kürzel nennt es DFR sich gern –,
Damit nicht mehr mit saurem Schweiß
Ich suche, was ich noch nicht weiß,
Auf dass ich zügig - ohne Geld -
Beim heut‘gen Urteil rasch erkenne,
Was es von gestrigen wohl trenne
Und was sie all zusammenhält.
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Volker Heydt ist Rechtsanwalt in Brüssel.