Home › JurPC Web-Dok. 147/2003 Kurzrezension des Buches - Rundfunk-, Medien-, Teledienste
Wolfgang Lent legt mit diesem Buch, seiner Dissertation aus dem Jahre 2000 bei Prof. Dr. Christoph Degenhart, eine verfassungsrechtliche Untersuchung des Rundfunkbegriffes und der Gewährleistungsbereiche öffentlich- rechtlicher Rundfunkanstalten vor. Hierbei werden insbesondere Abgrenzungsfragen zwischen Rundfunkstaatsvertrag, Mediendienstestaatsvertrag und Teledienstegesetz bearbeitet. Obwohl seit Veröffentlichung der Studie einige Änderungen im RStV, MDStV und TDG erfolgt sind, (z.B. in Bezug auf Haftungsfragen, Rechte und Pflichten von Diensteanbietern) ist die Studie gerade in ihrem verfassungsrechtlichen Teil, dem Schwerpunkt der Arbeit, immer noch aktuell. Des Weiteren werden nur solche einfachrechtlichen Aspekten bearbeitet, die nicht von den Rechtsänderungen betroffen sind. Ziel der Abhandlung ist es, die Folgen der Argumentation des BVerfG von der "besonderen Breitenwirkung, Aktualität und Suggestivkraft"(1) des Rundfunks auf die Dogmatik des verfassungsrechtlichen Rundfunkbegriffs zu überprüfen. Auf dieser Basis werden im Folgenden die funktionalen Gewährleistungsbereiche der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten voneinander abgegrenzt. Die Stellungnahme des Autors zu der Frage des "offenen" Rundfunkbegriffs und der Kalibrierung durch die einfachgesetztliche Medienordnung sei an dieser Stelle kurz in den wichtigsten Punkten dargestellt.
Der Autor schließt seine bemerkenswerten Überlegungen mit Niklas Luhmanns bekanntem Zitat über die Wirkung der Massenmedien -"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien"(4)- ab und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, nach einer neuen Medienordnung, in der Freiheit und Meinungsvielfalt gesichert sind. Dieses Buch ist zum Einstieg in die komplexen Fragen des derzeitigen Rundfunkrechts unter Berücksichtigung der aktuellen Online-Entwicklungen sehr empfehlenswert. * Christoph Pütz ist Rechtsanwalt in Saarbrücken. |