Home › JurPC Web-Dok. 148/1998 Rezension FamRZ-CD-ROM
Schon seit längerer Zeit war sie angekündigt. Jetzt ist sie erschienen: die Windows-Version der FamRZ-CD-ROM. Während die Vorauflagen der CD-ROM Recherchen nur über die zwischenzeitlich kaum noch marktgängige MS-DOS-Oberfläche ermöglichten, ist der Datenträger nunmehr in der 7. Version - 1998 - im Windows-Format erhältlich. Der Verlag trägt damit den Verbraucherwünschen Rechnung und präsentiert die Software mit der im PC-Bereich mittlerweile üblich gewordenen grafischen Oberfläche. Die neue FamRZ-CD-ROM entspricht mit der windows-spezifischen Fenster-Technik" und den durch die Windows Oberfläche eröffneten weiteren Möglichkeiten (etwa: Datentransfer, Hypertext-Links, Hilfesystem) den Strukturen bereits auf dem Markt befindlicher Datenbanken. Sie fügt sich damit nahtlos in die gewohnte PC-Umgebung" ein und erspart dem Nutzer den bislang erforderlichen Systemwechsel" in der Handhabung. Der Einsatz der FamRZ-CD-ROM setzt einen PC mit CD-ROM-Laufwerk voraus, der mindestens einem 486er oder einem Pentium-Prozessor ausgestattet ist und über jedenfalls 8 MB freie Festplattenkapazität verfügen sollte. Der zutreffend als WINDOWS-üblich" bezeichnete Installationsvorgang wird in der mitgelieferten Broschüre näher beschrieben. Die in diesem Zusammenhang gegebenen Hinweise auf den Programm-Manager" und das Menü Datei ausführen" richten sich jedoch in dieser Form nur an den noch nicht mit Windows-95 oder Windows-98 arbeitenden Nutzer. Unter Windows 95 erfolgt der Aufruf des installierenden Setup-Programms über die Icons Start", Ausführen" , CD-ROM-Laufwerk\Setup.exe". Das Setup-Programm bietet zwei Nutzungsmöglichkeiten Möglichkeiten zur Auswahl an:
Das Setup-Programm erzeugt ein Programmsymbol in eigenem
Fenster; unter Windows 95 wird das Icon FamRZ" im Menü Start"
/ Programme" generiert. Die Nutzungsmöglichkeiten sind nach Jahrgängen differenziert, wobei das Jahr 1993 eine qualitative Schnittstelle" hinsichtlich des Inhalts der CD-ROM bildet. Beginnend mit diesem Jahrgang sind - was die Güte des Datenträgers entscheidend auszeichnet - bis einschließlich Jahrgang 1997 alle in der FamRZ publizierten Texte im Volltext aufgenommen. Für frühere Jahrgänge besitzt die CD-ROM die Funktionalität einer Nachweisdatenbank", wobei die Rechtsprechungsdatenbank die seit 1986 veröffentlichten Entscheidungen und die Literaturdatenbank darüber hinausgehend alle seit 1976 erschienen Abhandlungen und Dokumentationen erschließt. Bis einschließlich Jahrgang 1992 sind die veröffentlichten Entscheidungen mit den Merkmalen Gericht", Verkündungsdatum", Aktenzeichen", maßgebliche gesetzliche Vorschriften", dem Text der vorangestellten Leitsätze und der Fundstelle erfaßt. Die Literaturdatenbank weist die nicht im Volltext erfaßten Dokumente mit den Merkmalen Autor", Titel" und Fundstelle" aus. Gerade weil die Qualität der hier besprochenen CD-ROM darin begründet ist, daß auf ihr nicht nur Rechtsprechung, sondern auch Literatur und Dokumentationen (etwa: Düsseldorfer Tabelle, Gesetzgebungsdokumentation) erfaßt sind und der Datenträger - namentlich ab Jahrgang 1993 - einen raschen und umfassenden Zugriff auf das gesamte Familienrecht bietet, ist zu wünschen, daß der Verlag in nachfolgenden Auflagen sukzessive auch die früheren Jahrgänge im Volltext erschließt. Das Programm startet" mit folgender Suchmaske: Voreingestellt ist die Suche sowohl in der Rechtsprechungs- als auch in der Literaturdatenbank. Mit Mausklick kann jedoch auch eine separate Suche in jeder der beiden Datenbanken angesteuert werden. Die Suchfelder entsprechen dem heute für juristische Datenbanken üblichen Standard. Bei separater Suche in der Literaturdatenbank sind die rechtsprechungsspezifischen Suchfelder ausgeblendet. Neben der Rechtsprechungs- und Literaturdatenbank wird - auch
im Untertitel der CD-ROM - als dritte Datenbank eine Synonymdatenbank aufgeführt.
Über diese Datenbank werden für Begriffe, die im Suchfeld Volltext
eingegeben werden, ggf. sinn- und sachverwandte Begriffe nachgewiesen. Durch Klick auf die Schaltfläche Übernehmen" können die Begriffe in die Suche übernommen werden. Die Synonyma sind mit dem Suchbegriff sowie untereinander durch die Suchfunktion oder" verknüpft. Die meisten der übrigen Suchfelder werden durch Indexfenster näher erschlossen. In dem Indexfenster kann der gesuchte Begriff in eine Kopfzeile eingegeben werden. Durch fortlaufende Eingabe der Zeichen gelangt man zu dem indizierten Begriff, bzw. kann - wie es in der Broschüre heißt - feststellen, daß der Begriff in diesem Index nicht existiert". Im Bereich der Indexfelder besteht m.E. noch
Nachbesserungsbedarf. Noch schmerzlicher vermißt der Anwender die fehlende
Verknüpfung mit synonymen Begriffen bei der Suche nach Gerichten. Sei
einigen Jahren führt etwa das Oberlandesgericht in Saarbrücken die
amtliche Bezeichnung: Saarländisches Oberlandesgericht". Sucht
der Nutzer nach Maßgabe der korrekten Gerichtsbezeichnung in der
Hauptsuchmaske trunkiert mit Saarländisch*" wird die Trefferzahl
0" angezeigt. Auch im Indexfeld ist kein mit Saarländisch"
beginnender Eintrag nachgewiesen. Fündig wird der Nutzer erst, wenn er gemäß
der Terminologie der FamRZ mit OLG Saarbrücken" sucht.
Entsprechend muß für das Pfälzische Oberlandesgericht"
abweichend von der amtlichen Bezeichnung mit OLG Zweibrücken"
und für das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht mit OLG
Schleswig" gesucht werden. Andererseits findet der Anwender die auf der
CD-ROM nachgewiesenen 251 Entscheidungen des Kammergerichts nur dann, wenn er
mit der KG" sucht, nicht aber, wenn er im Suchfeld Gericht"
den Begriff Kammergericht" - sei es auch trunkiert - eingibt. Die gefunden Dokumente werden in einem eigenen Fenster
angezeigt und können durch Doppelklick auf das entsprechende Dokument
unmittelbar aufgerufen werden. Die - zunächst unsortierte - Liste kann in den Rubriken Buch"
(Rechtsprechung / Literatur), Fundstelle" oder Titel"
alphanumerisch auf- oder absteigend sortiert werden. Neben der Suche über die Suchmaske bietet die CD-ROM auch eine Suche über die Titelverzeichnisse der Rechtsprechungs- bzw. Literaturdatenbank an. Nach Anwahl der entsprechenden Datenbank erscheint in einem Abschnittsfenster - alphanumerisch bzw. in der Rechtsprechungsdatenbank nach Datum (amerikanisches Format) geordnet - die entsprechende Titelliste, aus der das gesuchte Dokument durch Doppelklick aufgerufen werden kann. Die gefundenen Dokumente können am Bildschirm gelesen
werden, wobei man sich mit Hilfe eines Rollbalkens bzw. den Tasten Bild
auf / Bild ab" in üblicher Art durch den Text bewegen kann.
Seitenwechsel werden im Dokument angezeigt, so daß ein exaktes Zitieren möglich
ist. Die gefundenen Dokumente können ausgedruckt oder nach
vorheriger Markierung (des gesamten oder eines Teils des Dokuments) in windows-üblicher
Weise (Befehl: Kopieren" oder Strg-C") in die
Windows-Zwischenablage übernommen und aus dieser in andere Anwendungen -
namentlich Textverarbeitungen - eingefügt werden. Die CD-ROM bietet eine Verweismöglichkeit auf die - gesondert zu erwerbende elektronische Gesetzessammlung DigiLex" (Grundversion: 64 DM / Update: 32 DM <unverbindliche Preisempfehlung>) an. Nach deren Installation können markierte Gesetzesstellen in Dokumenten der FamRZ-CD-ROM können ggf. durch Mausklick im Wortlaut aufgerufen werden. Die CD-ROM wird mit einer 16-seitigen Broschüre
ausgeliefert, in der kurz und bündig" die Nutzung der CD-ROM erläutert
wird. Unter Hinweis auf die kontextbezogenen Hilfstexte, die WINDOWS-Hilfstexte
bzw. die WINDOWS-Anwenderliteratur und die Methode des learning by doing"
hat der Verlag bewußt auf ein Handbuch verzichtet. Zur Begründung
wird darauf verwiesen, meist habe man das Handbuch nicht zu Hand, wenn man vor
dem Bildschirm sitze oder man habe keine Zeit, lange darin zu lesen; im übrigen
würden Handbücher erfahrungsgemäß nicht gern benutzt".
Mit der 7. Auflage schließt die FamRZ-CD-ROM zu anderen
bereits auf dem Markt befindlichen juristischen Datenbanken auf. Auf einer
Fachzeitschrift basierend bietet die - nunmehr heutigem Standard entsprechende -
CD-ROM für das Spezialgebiet des Familienrechts ein beispielgebend
weitreichendes Kompendium an. Dies gilt insbesondere für die im Volltext
erfaßten Jahrgänge ab 1993. * Dr. Franz-Josef Kockler ist Richter am Oberlandesgericht Saarbrücken. |