JurPC Web-Dok. 18/2005 - DOI 10.7328/jurpcb/200520216

Werner Schweibenz *

Rezension - Hellbusch, Barrierefreies Webdesign, Praxishandbuch für Web-Gestaltung und grafische Programmoberflächen

JurPC Web-Dok. 18/2005, Abs. 1 - 8


Autorenprofil
Jan Eric Hellbusch
Barrierefreies Webdesign - Praxishandbuch für Web-Gestaltung und grafische Programmoberflächen
Broschur mit CD-ROM
dpunkt Verlag
Heidelberg, (2004 Hrsg.)
ISBN 3-89864-260-7
382 Seiten
Preis: 44,00 € (D); 45,30 € (A); 76 sFr

Einführung

Das Buch behandelt die barrierefreie Zugänglichkeit (engl. accessibility) von Informationstechnik für Menschen mit Behinderungen, ein Thema, das im deutschsprachigen Raum noch zu wenig öffentliche Beachtung findet. Dabei gewinnt Barrierefreiheit in der Informationstechnik zunehmend an Aktualität, auch durch den Ablauf der Frist für die barrierefreie Gestaltung von Internet- und Intranet-Angeboten sowie grafischer Programmoberflächen von Anwendungen der öffentlichen Verwaltungen des Bundes der Bundesrepublik Deutschland zum 31.12.2005. Für die Verwaltungen der deutschen Länder und Kommunen sind, mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen (Ende 2008), noch keine gesetzlichen Fristen gesetzt. Wichtig ist zu beachten, dass in der BRD die Internet- und Intranet-Angebote sowie grafischen Programmoberflächen von Anwendungen privater Firmen und Organisationen von diesen Gesetzen und Fristen nicht betroffen sind. Anders verhält es sich beispielsweise in der Schweiz, wo die entsprechenden Gesetze festlegen, dass private Anbieter, die Dienstleistungen öffentlich anbieten, Behinderte nicht diskriminieren dürfen. Daraus lässt sich jedoch kein direkter Anspruch auf Barrierefreiheit gegen private Anbieter ableiten. Für Österreich steht derzeit eine gesetzliche Regelung der Barrierefreiheit in der Informationstechnik noch aus. JurPC Web-Dok.
18/2005, Abs. 1

Inhalte des Buches

Im ersten Kapitel des Buches werden die Grundlagen sowie die Notwendigkeit der barrierefreien Informationstechnik erläutert. Die Leser erhalten einen Einblick in die Schwierigkeiten, die sich für Menschen mit Behinderungen bei der Computerbenutzung ergeben und mit welchen Hilfsmitteln diese Probleme gelöst oder zumindest reduziert werden können. In diesem Kapitel wird auch auf die gesetzlichen Vorgaben in der BRD und die Umsetzungsrichtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) eingegangen, wobei sich diese Ausführungen an Nicht-Juristen richten. Hier wäre trotz der nicht-juristischen Zielgruppe des Buches eine etwas ausführlichere Erläuterung der rechtlichen Zusammenhänge und Folgen wünschenswert, vor allem auf der Ebene der Länder und Kommunen, wo zum Teil schon entsprechende Gesetze erlassen wurden, die im Buch aber nicht behandelt werden. Abs. 2
Die folgenden Kapitel richten sich an technisch orientierte Leser, die eine praxisnahe, weil an den inhaltlich zusammengefassten Anforderungen der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) orientierte Anleitung zur technischen Umsetzung von Barrierefreiheit erhalten. Behandelt werden für den Bereich des World Wide Webs neben (X)HTML, CSS und JavaScript auch multimediale Anwendungen wie Macromedia Flash oder druckähnliche Ausgabeformate wie PDF (Portable Document Format), das entgegen verbreiteter Annahmen nicht per se barrierefrei ist. Ein Kapitel zur barrierefreien Gestaltung von grafischen Programmoberflächen bietet einen Einblick in die IBM-Leitlinien zur Barrierefreiheit und in die praktische Umsetzung. Ein Praxisteil mit Tipps zum Testen von Barrierefreiheit und zur Projektdurchführung rundet das Buch ab. Der Anhang bietet den Text der BITV sowie ein Glossar technischer Begriffe. Die CD-ROM, die selbstverständlich barrierefrei gestaltet ist, enthält zahlreichen Medien-Clips sowie Beispiele, Anleitungen und Demonstrationen. Abs. 3
Das Buch bietet für den technisch orientierten Leser eine umfassende Einführung in die wichtigsten Fragen der Barrierefreiheit in der Informationstechnik, angefangen von der Fragestellung, was unter Barrierefreiheit zu verstehen ist, über rechtliche Fragen und Richtlinien bis hin zur praktischen Umsetzung in allen technischen Bereichen wie beispielsweise (X)HTML, CSS und JavaScript. Neben Web-Anwendungen werden auch grafische Programmoberflächen behandelt. Für die Zielgruppe, die mit Webentwickler, Webdesigner, Online-Redakteuren und Programmierern angegeben wird, bietet das Buch eine vollständige und gut nachvollziehbare Übersicht über die theoretischen Hintergründe und zahlreiche Tipps für die praktische Umsetzung. Wer sich aus allgemeinem oder technischem Interesse mit dem Thema befassen möchte, findet in dem Buch eine praxisorientierte Handreichung. Für juristische Fragestellungen ist es nicht geeignet, aber diesen Anspruch erhebt der Herausgeber auch nicht. Es spricht wohl für sich, dass die erste Auflage nach ihrem Erscheinen im Oktober 2004 binnen weniger Wochen ausverkauft war und bereits im Dezember 2004 die zweite Auflage herausgebracht wurde. Abs. 4

Weiterführende Informationen zur Barrierefreiheit im Internet

Drewes, Alexander (2004a): Regelungsgehalt des Gleichstellungsgesetzes des Bundes für behinderte Menschen. In: Vorträge der tekom-Frühjahrtagung 2004 in Aachen, Zusammenfassungen der Referate. Stuttgart: tekom. 24-27. Abs. 5
Drewes, Alexander (2004b): Barrierefreiheit im Internet für behinderte Menschen - juristische Aspekte. In: JurPC - Internet-Zeitschrift für Rechtsinformatik, 252/2004. Internet, URL http://www.jurpc.de/aufsatz/20040252.htm. Abs. 6
Schweibenz, Werner (2004): Barrierefreiheit im Internet - technische Aspekte. In: JurPC - Internet-Zeitschrift für Rechtsinformatik, 193/2004. Internet, URL http://www.jurpc.de/aufsatz/20040193.htm. Abs. 7
Web Accessibility Initiative (WAI), URL http://www.w3.org/WAI/.
JurPC Web-Dok.
18/2005, Abs. 8
*Zum Autor: Werner Schweibenz ist Doktorand an der Fachrichtung Informationswissenschaft der Universität des Saarlandes. Im Arbeitsbereich Usability Evaluation (http://usability.is.uni-sb.de) hat er Studien zur Benutzerfreundlichkeit und Zielgruppenoptimierung von Web-Angeboten durchgeführt.
[online seit: 11.02.2005 ]
Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.

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