JurPC Web-Dok. 65/2001 - DOI 10.7328/jurpcb/200116245

Karl Bernheine *

Rezension FamRZ-CD-ROM

JurPC Web-Dok. 65/2001, Abs. 1 - 15


Autorenprofil
FamRZ CD-ROM
9. Aufl. 2000
Gieseking Verlag
DM 498,--
ISBN: 3-7694-0453-X
Nunmehr ist die 9. aktualisierte Version der FamRZ-CD-ROM erschienen.JurPC Web-Dok.
65/2001, Abs. 1
Im folgenden sollen die Neuerungen dargestellt, eventuelle weitere Kritikpunkte gesucht werden und schließlich soll der Frage nachgegangen werden, ob die schon erörterten Schwächen beseitigt worden sind. Hinsichtlich der Fragen der Installation, der Gestaltung der Benutzeroberfläche und der einzelnen Programmfunktionen kann auf die Besprechungen von Franz-Josef Kockler, JurPC Web-Dok. 148/1998 und Walter Müller, JurPC Web-Dok. 100/1999 verwiesen werden.Abs. 2
Die wesentliche Neuerung besteht darin, dass die Volltextdatenbank um die Jahrgänge 1999 und 1986 bis 1989 ergänzt wurde, so dass nunmehr sämtliche in der FamRZ von 1986 bis 1999 veröffentlichten Dokumente im Volltext auf der CD-ROM enthalten sind. Die in der Literaturdatenbank enthaltenen Dokumente aus den Jahrgängen 1976 bis 1985 werden weiterhin mit den Merkmalen "Autor", "Titel" und "Fundstelle" ausgewiesen, ferner werden diesen Dokumenten - ebenso wie den im Volltext auf der CD-ROM enthaltenen Dokumenten - Stichworte und Gesetzesbestimmungen zugewiesen.Abs. 3
Leider fehlt es allerdings insgesamt an einer gezielten Suchmöglichkeit hinsichtlich der Stichworte. Eine derartige Suchmöglichkeit könnte den von Müller in seiner Besprechung (JurPC Web-Dok. 100/1999) angeregten Suchbaum als entbehrlich erscheinen lassen. Abs. 4
Hinsichtlich des auf der CD-ROM veröffentlichten Datenbestandes sollte der Verlag auch darüber nachdenken, die Rechtsprechung seit der zum 01.07.1977 in Kraft getretenen Familienrechtsreform zumindest mit den Merkmalen "Gericht", "Verkündungsdatum", "Aktenzeichen", "maßgebliche gesetzliche Vorschriften", dem Text der vorangestellten Leitsätze, der Fundstelle und mit Schlagworten besser aber auch mit dem Volltext in den Datenbestand der CD-ROM zu übernehmen.Abs. 5
Eine Neuerung in der nunmehr erschienenen Version der FamRZ-CD-ROM stellt die mittels eines in der Symbolleiste enthaltenen Buttons eröffnete Möglichkeit auf die FamRZ im Internet zuzugreifen dar. Leider kann im Zeitpunkt dieser Besprechung (Anfang Oktober 2000) noch nicht beurteilt werden, welche Möglichkeiten dem Nutzer der FamRZ-CD-ROM hierdurch ermöglicht werden und welche Kosten ihm bei der Inanspruchnahme dieser Möglichkeit entstehen, da die entsprechenden Internetseiten noch nicht fertiggestellt waren, obwohl angekündigt war, dass dies bereits Ende September 2000 der Fall sein sollte. Auch aus der mit der FamRZ-CD-ROM mit gelieferten Dokumentation und der Hilfe zur Nutzung der FamRZ-CD-ROM lassen sich über den Inhalt der Internetseiten sowie über die Kosten ihrer Nutzung keine Rückschlüsse ziehen.Abs. 6
Positiv zu vermerken ist, dass zwischenzeitlich die in den vorangegangenen Besprechungen der FamRZ-CD-ROM beanstandeten Schwächen in der Suche im Indexfeld "Autor" behoben worden sind. Die Beiträge der Autoren können nunmehr auch allein mit der Eingabe des Familiennamens des Autors (ohne Trunkierung) gefunden werden. Abs. 7
Demgegenüber bestehen jedoch nach wie vor die Schwächen bei der Suche im Indexfeld "Gericht", auf die im Rahmen der vorangegangenen Besprechungen bereits hingewiesen wurde, weiter fort. Gerichtsentscheidungen können nur dann gefunden werden, wenn das Gericht in diesem Indexfeld genau mit der Bezeichnung eingegeben wird, in der es in den Dokumenten aufgeführt wird. Weder besteht die Möglichkeit die Gerichtsbezeichnung in ausgeschriebener Form einzugeben noch die Möglichkeit die amtlichen Bezeichnungen des Gerichts einzugeben, wenn diese von der FamRZ nicht in den Dokumenten verwendet werden. Auch können weiterhin Amtsgerichte nur über die - soweit ersichtlich - nur von der FamRZ verwendete Abkürzung "AmtsG" gefunden werden.Abs. 8
Eine weitere Schwäche der FamRZ-CD-ROM ist darin zu sehen, dass der Export von Dokumenten nur dergestalt möglich ist, dass das Dokument zunächst markiert, dann kopiert und schließlich in ein Dokument in einer Textverarbeitung eingefügt werden muss. Der wesentlich einfachere Weg, eines oder mehrere der bei einer Suche gefundenen Dokumente in eine Datei zu speichern, fehlt leider.Abs. 9
Ferner fehlt es - was insbesondere im Hinblick auf die Vielzahl der Querverweise zwischen den einzelnen Dokumenten bedauerlich ist - an Hypertextverknüpfungen zwischen den einzelnen Dokumenten, was bedeutet, dass dann, wenn ein Dokument der FamRZ-CD-ROM in einem anderen Dokument oder in der Fußnote zu einem Dokument zitiert wird, keine Möglichkeit besteht, dieses Dokument von dieser Stelle aus aufzurufen, sondern man mit einer neuen Suche nach diesem Dokument suchen muss. Gerade das Fehlen derartiger Hypertextverknüpfungen macht die Arbeit mit der FamRZ-CD-ROM teilweise recht beschwerlich.Abs. 10
Soweit in der Hilfe zur FamRZ-CD-ROM auf Hypertextverknüpfungen verwiesen wird, bezieht sich dies nur auf die Verknüpfung von Fußnotenzeichen mit dem Text der Fußnote. Die in der Hilfe angesprochene Möglichkeit des Springens zwischen den Hypertextstellen mittels der Tab- bzw. Umschalt- und Tab-Taste führt - was nicht recht nachvollziehbar ist, nicht zur nächsten sondern jeweils zur übernächsten Hypertextstelle.Abs. 11
Der letztgenannte Fehler wiederholt sich auch beim Auffinden von Begriffen aus einer Volltextsuche entsprechend. Hierbei führt das Betätigen der Leertaste bzw. Umschalt- und Leertaste nicht zum nächsten sondern zum übernächsten Begriff der Volltextsuche im Text.Abs. 12
Leider fehlt es - abgesehen von der Suche nach den Begriffen einer Volltextsuche - auch an einer Möglichkeit in einem gefundenen Dokument nach einem konkreten Wort oder einer www.freesheetmusic.netbestimmten Textpassage zu suchen. Ebenso wenig ist eine Möglichkeit gegeben innerhalb eines gefundenen Dokuments entsprechend den Seiten des Druckwerkes zu blättern.Abs. 13
Letztlich ist auch die genaue Zitierung einer einschlägigen Passage in einem Dokument nur sehr umständlich möglich, da auf dem Bildschirm nicht ständig angezeigt wird, auf welcher Seite des Druckwerks man gerade liest. Die entsprechenden Feststellungen kann man nur dadurch treffen, dass man in dem gefundenen Dokument bis zu der Stelle zurückblättert, an der die jeweilige Seitenzahl angezeigt wird.Abs. 14
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die jetzige Version FamRZ-CD-ROM trotz der vorangehend aufgezeigten Schwachpunkte insbesondere wegen der nunmehr erheblich erweiterten Volltextdokumentation ein für die tägliche Arbeit des in Familiensachen tätigen Juristen ein gut geeignetes Hilfsmittel ist, das aber sowohl hinsichtlich des Datenbestandes als auch hinsichtlich der Programmsoftware weiter optimiert werden sollte.
JurPC Web-Dok.
65/2001, Abs. 15
* Karl Bernheine ist Richter am Amtsgericht - Familiengericht - Saarbrücken.
[online seit: 26.02.2001]
Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.

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